Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 30.1919

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fNNEN-DEKORATION

FENSTERPARTIE
AUS DEM
WOHNZIMMER
DR. B.-FRANKF.

kannten, aber doch eine ganze Generation dahinschwinden
sahen und damit zahlreiche Überlieferungen unterbrechen,
und vielfach von neuem beginnen mußten. Daß die Roh-
stoffe, die wir gerade im Kunstgewerbe am meisten be-
nötigen, noch lange Zeit nicht in der erforderlichen Menge
und Güte zur Verfügung stehen werden, daß wir uns
noch vielfach mit mittelmäßigem Ersatz werden be-
gnügen müssen, ja daß die Tendenz der letzten Jahre,
die leidige Surrogatwirtschaft milder zu beurteilen, noch
recht nachteilig nachwirken wird, darüber dürfen wir uns
ja nicht täuschen. Und doch werden wir aus der Zeit
des Eisen- und Zinkgusses und der Papiergarne eher
herauskommen, als aus der Periode der Verarmung und

Sparsamkeit, die nun für uns alle unweigerlich herein-
brechen wird und jede Kunstförderung lahm zu legen
trachtet. Wir werden alles aufzubieten haben, um auch
in diesen schweren Zeiten das falsche und gefährliche
Vorurteil, die Kunst dem Luxus beizuzählen, mit allen
Kräften zu bekämpfen. Es wird dies umso notwendiger
sein, als jetzt auf absehbare Zeit die Politik noch mehr
als früher das führende Wort inne haben wird, und leider
der Politiker, je tüchtiger er auf diesem Gebiete ist, um-
somehr verkümmerte Organe für dieBeurteilung jeglicher
Kunst zu besitzen pflegt, ebenso wie anderseits die größten
Künstler zu allen Zeiten die schlechtesten Politiker ge-
wesen zu sein pflegten......... (scbluss auf seite 74)
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