Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 30.1919

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INNEN-DEKORATION

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aufzupflanzen, so daß wohl jedem Eintretenden die Frage
aufstoßen muß, was wohl in der so behüteten Ecke ängst-
lich dem fremden Auge verborgen gehalten werden soll.

Betrachtet man hiernach die grundlegenden Forde-
rungen, welchen jede künstlerische Gestaltung des Wärme
gebenden Körpers in einem Räume, sei es ein Ofen, sei
es ein Radiator, genügen muß, so sind es deren in der

Zusammenschließen mit der Wand, das seine formale Ge-
staltung auch aus praktischen Wünschen, wie beispiels-
weise dem nach einem warmen Sitzplatze, herleiten kann.
Und das dritte, nie genug Betonte, wäre, daß jedes spie-
lerische Auszieren, welches so oft und so leicht zum un-
wahren Vortäuschen mehr oder weniger verwandter Er-
scheinungen führt, und dazu gehört wohl jede historische

possenbacher werkstatten — mqnchen. entwurf: prof. eduard pfeiffer. »kamin-anlage«

Hauptsache drei, welche Erfüllung verlangen. Vor allem
muß jede Wärme abgebende Fläche in allen Teilen be-
quem zugänglich sein, damit sie tagtäglich überall vom
Staube gereinigt werden kann. Das führt von selbst zu
dem Verlangen, daß der wirklich heizende Körper die
einfachste Form, aus glatten Flächen gebildet, haben muß.
Zum zweiten kommt die Eingliederung in den Raum, das

Maskerade so gut, wie das Hineintragen von Bauern-
stubenmotiven in städtische Wohnräume, fern gehalten
werden muß. Wo die reine Flamme des Feuers lodert,
auch da, wo sie in der neuzeitlichsten Form der Beheizung
ihre Wirkung äußert, sollte erst recht künstlerischer Halb-
heit oder gar Unwahrheit kein Tummelplatz geboten
werden...........dr. Leonhard kraft-darmstadt.
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