Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 30.1919

Page: 350
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/innendekoration1919/0370
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
350

INNEN-DEKORATION

KUNST, KUNSTGEWERBE U. ARCHITEKTUR.
Die Aufwärtsentwicklung unserer kunstgewerblichen
Erziehung ist dadurch charakterisiert, daß man bestrebt
ist, das Kunstgewerbe vom Papier und der Staffelei zu
erlösen; das geschieht nicht allein dadurch, daß man es
in die Werkstätten führt an Amboß, Drehbank, Presse,
Brennofen und Maschine, sondern in ebenso starkem und
bedeutsamen Maße dadurch, daß man es in den archi-
tektonischen Organismus einfügt und hier die
Bedingtheiten der kunstgewerblichen Wirkungen und
ihre Beziehungen zum Raum zum Angelpunkt der schöp-
ferischen Überlegungen zu machen sucht. — Auch wenn
die »hohe« Kunst der Architektur gar nicht bedürfte,
das Kunstgewerbe bedarf dieses Zusammenhanges. —

Das Unerfreuliche des augenblicklichen Zustandes liegt
darin, daß diese Grenzgebiete willkürlich eingefriedigt
sind. Eine örtliche Zusammenfassung all dieser in-
einander herüberspielenden Reiche ist deshalb ein Ziel,
das aufs lebhafteste zu erstreben ist. Äußerlich und
innerlich drängt alles zu einer klareren und einheit-
licheren Gruppierung. Man sieht also die Forderung
auftauchen: Gestaltet die Akademien um zu Meister-
ateliers, verbindet diese Meisterateliers mit dem, was jetzt
als »Kunstgewerbeschule« abgesondert dasteht, und nehmt
die Architekturabteilungen aus den Technischen Hoch-
schulen heraus, um sie diesem neugeschaffenen Körper
einer »Schule für künstlerisches Gestalten« anzugliedern!

F. SCHUMACHER IN »DIE REFORM DER KUNSTTECHN. ERZIEHUNG«.

PROF. JOSEF WACKERLE. HEIZVERKLEIDUNO IM FROHSTOCKSZIMMER DES CECILIENHOFES
loading ...