Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 36.1925

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INNEN-DEKORATION

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professor heinrich straumer—berlin wandschrank im zimmer DES vorstehers

S- —"—" *

CHÖPFERISCHE ^^^m. des Verkündens. Dieses neue

KRAFT. Für das Schöp- ■P^Hflfe# Wesenhafte braucht dem

ferische ist alles Gegebene, Genie nicht bewußt zu sein,

womit es in Zusammenhang Der Künstler weiß fast nie,

gebracht werden kann, nur wie er mit seiner Tat an einer

ein Anlaß zur Tat. Ein neuer neuen Wirklichkeit arbeitet,

Stil beginnt mit der genialen I | die verbindlich sein soll für

Tat des Einzelnen. Die BmWB alle geistigen Gestaltungen,

Wandlung geht von dem IhKiS *ur Sesamte Kultur . .

Genie aus, das eine neue U| Diese Zurückführung auf

Wesenhaftigkeit erlebt den Geist als Schöpfer und

und verkündet. Freilich im- die Bedeutung der indi-

mer in den Grenzen einer viduellen Tat wird von der

bleibenden.und umfassenden materialistischen Geschichts-

Wirklichkeit.. Hat sich aber Auffassung geleugnet. Sie

das Neue durchgesetzt, ist erzeugt die Gleichgültigkeit

seine Wirklichkeit in dem BBBbBB|| gegenüber dem Gestalten

selbstverständlich geworden, ■ __mend auf die Gestaltung des

so wird es als das Naturali- iJI^M__J-"_B ~~ lebendigen Geschlechtes wir-

stische empfunden. Der Stil S ken. Nur eine ohnmächtige

wird allmählich zur Manier, j^HN ^eit ^ann sic'1 dadurch, daß

wird Ausdruck des Alltäg- Wt* es ant*ere Weltbilder gibt,

•ichen .. In diesem guten Sin- 255S beirren lassen, ihre eigene

°e verlangt die Kunst nach seelische Notwendigkeit zu

der Sensation. Denn nur aus gestalten! Schädlich ist die

der Spannung der es um- Geschichts-Auf fassung.wel-

gebenden Wirklichkeit mit che die Gegenwart zwingen

dem Wesenhaften, das ihm will, sich als »Folge« zu emp-

gehört, schöpft das Genie finden und nicht als »Da-
die Kraft des Schaffens und Heinrich straumer. tisch u.spiegel im Sprechzimmer sein«, prof. w alter strich.
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