Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 36.1925

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INNEN-DEKO RATION

professor fritz schumacher—hamburg. blick in das neb en-treppenhaus im gewerbehaus-hamburg

DER RECHTE ANSCHLUSS. Wer die Krankheit trachtung und Klärung seines eigenen Wesens, darnach
hat, sich über die Menschen und Dinge seiner Zeit zum offenen Ausblick in das Getriebe der Umwelt und
andauernd ärgern zu müssen«, — so meinte ein nach- endlich zur aktiven und entschlossenen Teilnahme und
denklich-witziger Kopf, — »der darf nicht zum Fenster Mit-Arbeit, unter Einsatz aller seiner positiven Energien,
hinaus sehen und muß die Haustüre zuschließen. Wenn Jeder Mensch hat die Möglichkeit, sich in verzehren-
er sich auf solche Weise außer Reichweite und in Sicher- der Negation in sich »zurückzuziehen«, oder in fördern-
heit gebracht hat, wird er aber vielleicht gut tun, wenn der Mitarbeit aus sich »herauszugehen«. Das eine be-
er auch den Spiegel wegnimmt!« . Die Erkenntnis, deutet ein Absterben, das andere ein Aufblühen. Der
daß es zumeist von uns, von unserer Art, die Menschen eine Weg führt zur Verkümmerung und Isolation, der
und Dinge zu sehen, abhängt, wie diese uns entgegen- andere zur tätigen Gemeinschaft. »Wer aus sich
treten, ist ebenso nützlich wie oft überraschend. Sie heraus lebt«, sagt Seume, »tut immer besser, als
führt den Einsichtigen, der die Gesundung sucht, gerade- wer in sich hinein lebt!« Und diese Wahrheit gilt
wegs zum umgekehrten Verfahren: zunächst zur Be- unbedingt für die Mehrzahl der Menschen . . h. lang.
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