Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 37.1926

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INNEN-DEKORATION

PROFESSOR ADOLF G. SCHNECK-STUTTGART SCHLAFZIMMER IM SCHLOSS HORNEGG. KIRSCHHOLZ

führern industrieller Betriebe, zu Lehrmeistern und selbst-
ständigen Handwerksmeistern ausgebildet. Hier ist neben
der Lehrzeit und Gesellenprüfung eine dreijährige Tätig-
keit als Gehilfe vorgeschrieben. Die Schüler führen teil-
weise ihre eigenen Entwürfe aus, es werden Modelle und
Versuche gemacht, ebenso besonders schwierige Arbeiten,
die sich heute die Fabrik, die meist auf Serien eingestellt
ist, nicht mehr leisten kann. Der Handwerker, der mit dieser
Serienarbeit gar nicht mehr in Konkurrenz treten kann,
wird sich sowieso viel mehr mit Einzelarbeiten beschäftigen
müssen, weil, wie oben gesagt, die Einzelleistungen in den
Rahmen der Fabrik gar nicht mehr hineinpassen. Diese
Erziehung zum Handwerkmeister müßte schon in der Ge-
werbeschule beginnen und es müßte dort die größte Sorg-
falt darauf verwendet werden, damit der Handwerkslehrling

seine Ausbildung, die meist sehr mangelhaft ist, verbessert.
Für die Aufnahme in die »Klasse der Möbelzeichner und
Innenarchitekten« ist der Abschluß einer dreijährigen Lehr-
zeit und Ablegung der Gesellenprüfung Vorschrift. . Der
Entwurfsklasse geht ein zweijähriger Fachunter-
richt voraus. In diesem Fachunterricht werden nur die
ersten Versuche im Entwerfen gemacht. Großer Nach-
druck wird auf das technische Zeichnen und die Anfer-
tigung von Werkzeichnungen für das Einzelmöbel und die
Gesamt-Innenausstattung gelegt. Der Projektions-Unter-
richt wird im Zusammenhang mit praktischen Modellen
gelehrt. Diszipliniertes Zeichnen wird neben der Farben-
und Formenlehre gegeben, eine Gelegenheit für den Schü-
ler, nach seinen Gefühlen und seiner Phantasie zu gestalten.
Nach dem Besuch dieser Fachklasse sollen die Schüler
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