Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 39.1928

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INNEN-DEKORATION

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e. fahren« amp. schlafzimmer. hotel monopol-koln

neuen Materialien auseinander: sie eröffnen uns neue
Möglichkeiten, welche den Entwerfern früherer Zeiten
nicht zur Verfügung standen. . Ihm wurde vom vierten
Sprecher die formale Eleganz, Klarheit, Würde, Ord-
nung, Ruhe und Einheit der klassischen Stile entgegen-
gehalten. Da uns Heutigen das einheitliche Fühlen als
Grundlage fehlt, könne die moderne Kunst unmöglich
der letzte Ausdruck des Zeitgeistes sein oder werden.

Der fünfte Redner betonte, daß die Teilhaber an die-
ser Debatte nicht in klassischen Gewändern erschienen
seien, und ebenso unmöglich sei es für uns, in Ein-
richtungen von überlebten Zeitformen zu leben. Unser
Geist bewege sich in einer »komplizierten Kurve«, der
weder die klassische noch die mittelalterliche Kunst
funktionell entspreche. Natürlich mache die neuzeit-
liche Kunst Fehler und Häßliches, — aber man solle
sich nur die Fehler und Häßlichkeiten genau betrach-
ten, welche die Klassizisten auf dem Gewissen haben. .
Zum Schluß kam eine Rednerin zu Wort. Sie meinte,
sie könne nicht einsehen, wie diese neue Kunst das
Amerika von heute repräsentieren könne. Diese neue
Kunst komme aus Europa: »fromtheoldcountries«,
wo bis vor kurzem es den Menschen verboten war,
sich frei zu äußern, während man in Amerika sich
schon seit langem der Freiheit erfreue. Ihr gefalle
jedenfalls die klassische Linie weitaus am besten. .
Damit war die historisch-denkwürdige Debatte im
prof. emil fahrenkamp. treppe im cafe monopol-kölh Art Directors-Club in Chicago erledigt. . . . h. lang.
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