Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 46.1935

Page: 159
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/innendekoration1935/0171
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
INNEN-DEKORATION

159

»damenschlafzimmer« bett: mahagoni natur, eckvorhang : rosa schantungse1de

Sitzecke im obenstehenden Damenschlafzimmer könnte sich schon vorstellen, daß bessere Systeme als die
Boden: japanmatte, sessel: pastellblauer Bezug bislang herrschenden gefunden werden. Immer wieder sollte

man in den Hochschulklassen und Ateliers diese Aufgabe
stellen und kleine Wettbewerbe veranstalten, um dem erstreb-
ten Ziel näherzukommen. Mit Recht hat Schinkel betont,
daß sich gerade beim Umbau das technische Geschick und
die raumbildende Phantasie des Architekten offenbaren.

In manchen Fällen natürlich, besonders da, wo die
Voraussetzungen günstig gelagert waren, sind auch aus-
gezeichnete Lösungen zustande gekommen. Ein gänzlich
neuer Wohnungstypus wurde geschaffen. Er stellt, nach-
dem der Architekt und seine Helfer ihr Amt getan, auch
dem Innenarchitekten vordem unbekannte Aufgaben. Wir
sind eben jetzt dabei, sie praktisch durchzudenken, der
unproletarischen Kleinwohnung den sehr gemäßen Ein-
richtungsstil zu sichern. Die deutschen Innenarchitekten
erleben die glückliche Konstellation, auf ehemals nie
begangenen Wegen zu einer wichtigen Kulturarbeit be-
rufen zu sein. Das früher geltende Schema, nach dem
die einzelnen Zimmer der bürgerlichen Wohnung ihren
ganz bestimmten Charakter aufgeprägt erhielten, existiert
nicht mehr. Mischlinge sind entstanden, deren Form-
bildung außerordentlich reizvoll ist: das kombinierte
Wohn- und Eßzimmer, Wohn- und Herrenzimmer, Wohn-
und Schlafzimmer. (Fortset?ung folgt) philipp vockerat

architekt j. groag »aus der wohnung dr. m..
loading ...