Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 46.1935

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INNEN-DEKORATION

STÄTTEN DER GEBORGENHEIT. So wichtig, so
begrüßenswert es ist, daß aus der Wohnung dieser
Tage all der überflüssige Schnickschnack entfernt
wurde, mit dem die Wohnung von 1880 vollgepfropft
stand, hat man sich doch zu hüten, diese rein nega-
tive Tat etwa schon als einen Fortschritt auszuposau-
nen. Zeiten wirklicher Wohnkultur pflegten zum
Raum, zu den Dingen im Raum ein nahes, ein innig
persönliches Verhältnis. Die Dinge waren ihren Be-
sitzern nicht nur zur Handreichung, nicht nur als

»Komfort« teuer, man zog sie weit dichter zu sich
heran, man maß ihnen gemütsmäßige Geltung,
schicksalhafte Anrechte zu. Es wäre mithin heute
noch das Zweite, das Positive, zu tun, diesen so
zweckbetonten Räumen menschlich-seelische Binde-
kraft zu verleihen, sie zu Stätten der Geborgenheit
und des Heimatgefühls zu machen. f. m. huebner

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WER Willkür und Phantasie den Künsten entziehen
will, stellt ihrer Ehre und ihrem Leben nach. Hamann
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