Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 47.1936
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https://doi.org/10.11588/diglit.10943#0023
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Paul, Bruno: Auf Schwanenwerder, [2]
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INNEN-DEKORATION
1 1
prof.fritz höger-hamburg »haus h.« kaminplatz im grossen wohnraum
AUF SCHWANENWERDER (Fortsetzung von Seite 5) Rasen, der sich unter Baumgruppen in weiter, grüner
Im Jahre 1924, als der Bau projektiert wurde, Fläche bis zum Wasser erstreckt, ohne durch Sand-
strebten »Eisen - Beton - Glas« als neue Bauweisen oder Kieswege störend unterbrochen zu sein. Dort
eine Alleinherrschaft an. Sie waren in aller Munde wo man am meisten geht, sind grau-gelbe Steinplatten
und füllten die Spalten jeglicher Kunstliteratur. Back- locker in den grünen Rasen gelegt,
steinmauerwerk, gewalmte Dächer, Holzfenster, und Um von der Gartentiefe keinen Zentimeter zu ver-
andere Methoden einer »überwundenen Epoche« stan- Heren, wurde in der Haustiefe gespart. Dagegen die
den auf dem Index. Das Terrassendach war als allein- nach Osten gelegene Gartenfront soweit als möglich
gültige Dachform für alle Zeiten unwiderruflich gestreckt. Die im schrägen Winkel zur Straße an-
proklamiert. So wurde das Haus auf Schwanenwerder schneidende Nordgrenze ermöglichte ohne Raumver-
für jene Jahre ein ganz »altmodischer« Bau, der sich lust die unsichtbare Anlage eines Wirtschafts- und
scheu und still in das Grün des alten Parkes verkroch. Garagenhofes in Verbindung mit den in das Unter-
Das Haus erhielt ein hohes Satteldach mit Gaupen geschoß gelegten Küchenräumen. Alle Schlafräume
und vier Giebeln. Das Maßwerk des ganzen Hallen- liegen nach Osten und nach dem Garten, mit Aus-
fensters wurde aus Haustein gemacht, ebenso die gangen zur Terrasse, die der ganzen Gartenfront des
Fensterstürze, die Schofhsteinköpfe und andere Bau- Hauses vorgelagert ist.
teile. Alles in handwerklich althergebrachter Weise. Im ganzen gesehen, ist es ein »Haus im Garten«,
Die große Loggia am Eßzimmer erhielt einen Belag geplant und gebaut ohne jede künstlerische oder son-
von quadratischen Hausteinplatten, der sich in breiter stige Tendenz. Es erhebt nur den einen Anspruch:
Fläche draußen zwischen Hauswand und Rasenfläche Für alle seine Bewohner (Eltern, Kinder, Angestellte
fortsetzt. So ist man in inniger Verbindung mit dem und Gäste) in guter Form ein Höchstmaß von Be-
Garten, man geht aus den Wohnräumen ganz eben- haglichkeit und Bequemlichkeit des Wohnens in-
erdig über einen Steinfußboden hinaus und über den mitten schöner Natur zu schaffen. prof. bruno paul
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prof.fritz höger-hamburg »haus h.« kaminplatz im grossen wohnraum
AUF SCHWANENWERDER (Fortsetzung von Seite 5) Rasen, der sich unter Baumgruppen in weiter, grüner
Im Jahre 1924, als der Bau projektiert wurde, Fläche bis zum Wasser erstreckt, ohne durch Sand-
strebten »Eisen - Beton - Glas« als neue Bauweisen oder Kieswege störend unterbrochen zu sein. Dort
eine Alleinherrschaft an. Sie waren in aller Munde wo man am meisten geht, sind grau-gelbe Steinplatten
und füllten die Spalten jeglicher Kunstliteratur. Back- locker in den grünen Rasen gelegt,
steinmauerwerk, gewalmte Dächer, Holzfenster, und Um von der Gartentiefe keinen Zentimeter zu ver-
andere Methoden einer »überwundenen Epoche« stan- Heren, wurde in der Haustiefe gespart. Dagegen die
den auf dem Index. Das Terrassendach war als allein- nach Osten gelegene Gartenfront soweit als möglich
gültige Dachform für alle Zeiten unwiderruflich gestreckt. Die im schrägen Winkel zur Straße an-
proklamiert. So wurde das Haus auf Schwanenwerder schneidende Nordgrenze ermöglichte ohne Raumver-
für jene Jahre ein ganz »altmodischer« Bau, der sich lust die unsichtbare Anlage eines Wirtschafts- und
scheu und still in das Grün des alten Parkes verkroch. Garagenhofes in Verbindung mit den in das Unter-
Das Haus erhielt ein hohes Satteldach mit Gaupen geschoß gelegten Küchenräumen. Alle Schlafräume
und vier Giebeln. Das Maßwerk des ganzen Hallen- liegen nach Osten und nach dem Garten, mit Aus-
fensters wurde aus Haustein gemacht, ebenso die gangen zur Terrasse, die der ganzen Gartenfront des
Fensterstürze, die Schofhsteinköpfe und andere Bau- Hauses vorgelagert ist.
teile. Alles in handwerklich althergebrachter Weise. Im ganzen gesehen, ist es ein »Haus im Garten«,
Die große Loggia am Eßzimmer erhielt einen Belag geplant und gebaut ohne jede künstlerische oder son-
von quadratischen Hausteinplatten, der sich in breiter stige Tendenz. Es erhebt nur den einen Anspruch:
Fläche draußen zwischen Hauswand und Rasenfläche Für alle seine Bewohner (Eltern, Kinder, Angestellte
fortsetzt. So ist man in inniger Verbindung mit dem und Gäste) in guter Form ein Höchstmaß von Be-
Garten, man geht aus den Wohnräumen ganz eben- haglichkeit und Bequemlichkeit des Wohnens in-
erdig über einen Steinfußboden hinaus und über den mitten schöner Natur zu schaffen. prof. bruno paul


