Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 47.1936
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https://doi.org/10.11588/diglit.10943#0028
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Wohnung einer Dame
DOI article:Schönheit durch Farbe
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Wohnraumes eingenommen (Abb. oben), der Tisch
ist ausziehbar, die Zuglampe kann längs einer Schub-
vorrichtung an der Decke beliebig verschoben werden.
Nachher sitzt man entweder beim Kamin mit Holz-
feuerung oder auf dem (schwarz-grau-weiß bezoge-
nen) Sofa, das Radio oder Grammophon neben sich,
oder endlich auf der Couch im Wohnschlafzimmer,
die tagsüber mit einer Kappe aus fliederfarbenem
Chenillesamt überzogen ist (Abb. S. 14).
Wo immer es anging, ist Vorhandenes verwendet,
freilich auch umgearbeitet und in den neuen Zu-
sammenhang aufgenommen worden. Das gilt schon
für den Kamin, der aus einem hohen Kachelofen
durch Hinzunahme von Dachziegeln zusammenge-
setzt wurde, das gilt für die alten Rokokofauteuils
aus dunklem Nußholz, nun mit Chintz überzogen, die
von leichten Hockern und Tischchen komfortabel
begleitet werden. Und das gilt endlich für die weiß
gekachelte und lackierte Küche, wo ebenfalls vor-
handene Einrichtungsstücke mitverwendet wurden.
Gleichwohl wurde eine harmonische Wohnung erzielt,
die durch ihre planmäßige Erwägung, durch Können,
Geschmack und Takt das Niveau der Besitzerin hält.
SCHÖNHEIT DURCH FARBE (zu den Abbildun-
gen auf S. 18). Schlichte Schönheit aus der Far-
bengebung heraus wird von dem Wiener Tischler-
meister und Innenarchitekt Robert Brieger in dem
einfenstrigen Schlafzimmer einer Junggesellin ge-
schaffen: Auf der Folie der mit einem Stich ins Flie-
derfarbene übergehenden grauen Wand steht die in
dunklem Elfenbeinton lackierte Couch mit Polster-
bezügen aus orange und grau gestreiftem Stoff, dazu
bunte Blumen auf dem hellen Grund der Lehnstuhl-
bespannung, feine Karos und kräftigere Querstreifen
in gelb, rot, braun am duftigen Fenstervorhang und
ein handgewebter Teppich in orange und rotbraun. —
Das kleine Wohn-Eßzimmer zeigt umgearbeitete
Möbel: einen Tisch auf modern geformten Füßen,
eine Eckbank mit hellgrün und braun gemustertem
Stoff vor, der braun bordierten Matte an der sandfar-
benen Wand, Stühle, deren Sitze aus Geflecht durch
braune Streifen belebt werden, und ein Büfett, das,
von Oberteil und Schnitzereien befreit, die Maserung
des polierten Nußholzes zur Geltung bringt. Der in
braunen und roten Tönen handgewebte Teppich ver-
stärkt den neuzeitlichen Charakter dieses Raumes. —
ist ausziehbar, die Zuglampe kann längs einer Schub-
vorrichtung an der Decke beliebig verschoben werden.
Nachher sitzt man entweder beim Kamin mit Holz-
feuerung oder auf dem (schwarz-grau-weiß bezoge-
nen) Sofa, das Radio oder Grammophon neben sich,
oder endlich auf der Couch im Wohnschlafzimmer,
die tagsüber mit einer Kappe aus fliederfarbenem
Chenillesamt überzogen ist (Abb. S. 14).
Wo immer es anging, ist Vorhandenes verwendet,
freilich auch umgearbeitet und in den neuen Zu-
sammenhang aufgenommen worden. Das gilt schon
für den Kamin, der aus einem hohen Kachelofen
durch Hinzunahme von Dachziegeln zusammenge-
setzt wurde, das gilt für die alten Rokokofauteuils
aus dunklem Nußholz, nun mit Chintz überzogen, die
von leichten Hockern und Tischchen komfortabel
begleitet werden. Und das gilt endlich für die weiß
gekachelte und lackierte Küche, wo ebenfalls vor-
handene Einrichtungsstücke mitverwendet wurden.
Gleichwohl wurde eine harmonische Wohnung erzielt,
die durch ihre planmäßige Erwägung, durch Können,
Geschmack und Takt das Niveau der Besitzerin hält.
SCHÖNHEIT DURCH FARBE (zu den Abbildun-
gen auf S. 18). Schlichte Schönheit aus der Far-
bengebung heraus wird von dem Wiener Tischler-
meister und Innenarchitekt Robert Brieger in dem
einfenstrigen Schlafzimmer einer Junggesellin ge-
schaffen: Auf der Folie der mit einem Stich ins Flie-
derfarbene übergehenden grauen Wand steht die in
dunklem Elfenbeinton lackierte Couch mit Polster-
bezügen aus orange und grau gestreiftem Stoff, dazu
bunte Blumen auf dem hellen Grund der Lehnstuhl-
bespannung, feine Karos und kräftigere Querstreifen
in gelb, rot, braun am duftigen Fenstervorhang und
ein handgewebter Teppich in orange und rotbraun. —
Das kleine Wohn-Eßzimmer zeigt umgearbeitete
Möbel: einen Tisch auf modern geformten Füßen,
eine Eckbank mit hellgrün und braun gemustertem
Stoff vor, der braun bordierten Matte an der sandfar-
benen Wand, Stühle, deren Sitze aus Geflecht durch
braune Streifen belebt werden, und ein Büfett, das,
von Oberteil und Schnitzereien befreit, die Maserung
des polierten Nußholzes zur Geltung bringt. Der in
braunen und roten Tönen handgewebte Teppich ver-
stärkt den neuzeitlichen Charakter dieses Raumes. —


