Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 47.1936
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https://doi.org/10.11588/diglit.10943#0211
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Die Königsberger Handwerkerschule
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INNEN-DEKORATION
199
RADIO- UND GRAMMOPHON-SCHRANK KIRSCHBAUM, GEBEIZT U. POLIERT
DIE KÖNIGSBERGER HANDWERKERSCHULE
Die heutige »Staatliche Handwerkerschule« in mitten eines Grenzlandes, in dem der deutsche Mensch
Königsberg, Pr., blicktauf eine lange Vergangen- schon immer schwer um seine Existenz zu ringen
heit zurück. Sie wurde um das Jahr 1790 ins Leben hatte und daher dem Gedanken einer höhergetriebe-
gerufen und ist somit eine der ersten Kunstgewerbe- nen Berufs-Ausbildung nicht ohne weiteres zugäng-
schulen Preußens. Zunächst war sie nur für die Lehr- lieh war. Trotzdem erhob sich die Schule in zäher
linge und Gehilfen des Malerhandwerks gedacht, die Aufbauarbeit zu einer Bildungsstätte, welche die ver-
hier an mehreren Wochentagen Abendunterricht im schiedenen Gewerbe laufend mit einem in zeichneri-
Zeichnen sowie in Berufs- und Fachkunde erhielten. scher und technischer Hinsicht gründlich durchge-
Sehr bald gesellten sich hierzu Tagesklassen, die auch schulten Nachwuchs versorgen konnte. Sie steht heute
auf andre Handwerke ausgedehnt wurden. An diesen unter der Leitung von Oberstudiendirektor Stallmann.
Tageskursen konnten nur solche Handwerker teil- Seit jeher nahm im Schulbetrieb die Abteilung
nehmen, die in ihrem Fach schon die Gesellenprüfung »Innenausbau und Hausgerät« einen breiten Raum ein.
abgelegt hatten; eine gediegene handwerkliche Aus- Ihr Leiter ist Professor Stadtaus. Sie hat sich, be-
bildung war also Vorbedingung für die Beteiligung an sonders in den letzten Jahrzehnten, eine nachdrück-
der von der Schule vermittelten Berufs-Fortbildung. liehe Pflege der gesunden handwerksgerechten Form,
— Die Tätigkeit der Schule in alter wie in neuer Zeit der technisch und konstruktiv einwandfreien Arbeit
ist nur dann richtig zu würdigen, wenn man in Be- zur Aufgabe gesetzt. Als Zeugnisse dieses Strebens
tracht zieht, daß Königsberg abseits von den großen sind die Sonderausstellungen »Ostpreußische Möbel«
Pflegestätten des deutschen Handwerks liegt, in- hervorzuheben, die einen Bestandteil der letzten
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RADIO- UND GRAMMOPHON-SCHRANK KIRSCHBAUM, GEBEIZT U. POLIERT
DIE KÖNIGSBERGER HANDWERKERSCHULE
Die heutige »Staatliche Handwerkerschule« in mitten eines Grenzlandes, in dem der deutsche Mensch
Königsberg, Pr., blicktauf eine lange Vergangen- schon immer schwer um seine Existenz zu ringen
heit zurück. Sie wurde um das Jahr 1790 ins Leben hatte und daher dem Gedanken einer höhergetriebe-
gerufen und ist somit eine der ersten Kunstgewerbe- nen Berufs-Ausbildung nicht ohne weiteres zugäng-
schulen Preußens. Zunächst war sie nur für die Lehr- lieh war. Trotzdem erhob sich die Schule in zäher
linge und Gehilfen des Malerhandwerks gedacht, die Aufbauarbeit zu einer Bildungsstätte, welche die ver-
hier an mehreren Wochentagen Abendunterricht im schiedenen Gewerbe laufend mit einem in zeichneri-
Zeichnen sowie in Berufs- und Fachkunde erhielten. scher und technischer Hinsicht gründlich durchge-
Sehr bald gesellten sich hierzu Tagesklassen, die auch schulten Nachwuchs versorgen konnte. Sie steht heute
auf andre Handwerke ausgedehnt wurden. An diesen unter der Leitung von Oberstudiendirektor Stallmann.
Tageskursen konnten nur solche Handwerker teil- Seit jeher nahm im Schulbetrieb die Abteilung
nehmen, die in ihrem Fach schon die Gesellenprüfung »Innenausbau und Hausgerät« einen breiten Raum ein.
abgelegt hatten; eine gediegene handwerkliche Aus- Ihr Leiter ist Professor Stadtaus. Sie hat sich, be-
bildung war also Vorbedingung für die Beteiligung an sonders in den letzten Jahrzehnten, eine nachdrück-
der von der Schule vermittelten Berufs-Fortbildung. liehe Pflege der gesunden handwerksgerechten Form,
— Die Tätigkeit der Schule in alter wie in neuer Zeit der technisch und konstruktiv einwandfreien Arbeit
ist nur dann richtig zu würdigen, wenn man in Be- zur Aufgabe gesetzt. Als Zeugnisse dieses Strebens
tracht zieht, daß Königsberg abseits von den großen sind die Sonderausstellungen »Ostpreußische Möbel«
Pflegestätten des deutschen Handwerks liegt, in- hervorzuheben, die einen Bestandteil der letzten


