Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 47.1936
Cite this page
Please cite this page by using the following URL/DOI:
https://doi.org/10.11588/diglit.10943#0271
DOI article:
Goethe, Johann Wolfgang von: Antike Möbel?
DOI Page / Citation link:https://doi.org/10.11588/diglit.10943#0271
INNEN-DEKORATION
ANTIKE MÖBEL?
I
n einem Hause,
wo so viele Zim-
mer sind, daß man
einige leer stehen
läßt und im Jahr
vielleicht nur drei-
mal hineinkommt,
mögen Stilliebhabe-
reien hingehen. Da
kann auch ein »echt
gotisches* Zimmer
zulässig sein. Ganz
hübsch ist es, wenn
Madam Panckouk-
ke in Paris sich
auch ein chinesi-
sches Zimmer als
Gattin des Heraus-
gebers eines großen
Blattes leistet. Aber
ein Wohnzimmer
mit so fremder und
veralteter Umge-
bung auszustaffie-
ren, das ist nicht
lobenswert. So was arch. fr. gross »kamin und barecke« wohnhalle des Landhauses ino. h.
j^i. -mrn • kombinierter einbau: kamin, bibliothek, türe, likör- und glaserschrank
immer eine kamin aus klinkerziegeln und rot-weissem Plattenbelag
Maskerade, die auf
die Länge nicht
wohltuen kann.
Eine derartige Um-
gebung wird auf
denMenschen einen
nachteiligen Ein-
fluß ausüben, denn
sie steht im Wider-
spruch mit den le-
bendigen Tagen, in
denen er arbeitet.
Wohl mag jemand
an einem lustigen
Winterabend als
Türke zur Maske-
rade gehen. Aber
was würden wir
von einem Men-
schen halten, der
sich während des
ganzen Jahres der-
art maskiert zeigen
wollte? goethe
*
Das Alte ehren wir,
doch wo wir schaf-
fen, wollen wir den
Geist der Zeit ge-
stalten. görres »kaminplatz« p1astrazzia-marmor, bank: zinnoberrotes leder. - wohnung dir. e.
ANTIKE MÖBEL?
I
n einem Hause,
wo so viele Zim-
mer sind, daß man
einige leer stehen
läßt und im Jahr
vielleicht nur drei-
mal hineinkommt,
mögen Stilliebhabe-
reien hingehen. Da
kann auch ein »echt
gotisches* Zimmer
zulässig sein. Ganz
hübsch ist es, wenn
Madam Panckouk-
ke in Paris sich
auch ein chinesi-
sches Zimmer als
Gattin des Heraus-
gebers eines großen
Blattes leistet. Aber
ein Wohnzimmer
mit so fremder und
veralteter Umge-
bung auszustaffie-
ren, das ist nicht
lobenswert. So was arch. fr. gross »kamin und barecke« wohnhalle des Landhauses ino. h.
j^i. -mrn • kombinierter einbau: kamin, bibliothek, türe, likör- und glaserschrank
immer eine kamin aus klinkerziegeln und rot-weissem Plattenbelag
Maskerade, die auf
die Länge nicht
wohltuen kann.
Eine derartige Um-
gebung wird auf
denMenschen einen
nachteiligen Ein-
fluß ausüben, denn
sie steht im Wider-
spruch mit den le-
bendigen Tagen, in
denen er arbeitet.
Wohl mag jemand
an einem lustigen
Winterabend als
Türke zur Maske-
rade gehen. Aber
was würden wir
von einem Men-
schen halten, der
sich während des
ganzen Jahres der-
art maskiert zeigen
wollte? goethe
*
Das Alte ehren wir,
doch wo wir schaf-
fen, wollen wir den
Geist der Zeit ge-
stalten. görres »kaminplatz« p1astrazzia-marmor, bank: zinnoberrotes leder. - wohnung dir. e.


