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INNEN-DE KORATI ON
AUS DEM SCHLAFZIMMER DES COMANDANTE A.F.1M LANDHAUS »AL ROCCOLO DEL MORO«-IDUNO
VON DER SCHÖNHEIT UNSERER HEIMISCHEN HOLZARTEN
Aus unerklärlichen Ursachen wechselt zeitweise
II der Geschmack in der Wohnungseinrichtung,
und es werden Holzsorten und besondere Behand-
lungsarten allgemein gefordert, die man vordem
weniger beachtet hat. Wie ehedem Eiche, dann Birne
und Birke bevorzugt wurde, ist es gegenwärtig der
Nußbaum, der sich allgemeiner Beliebtheit erfreut.
Im vorigen Jahrhundert, zur Gründerzeit, mußte
jedes Möbel poliert sein, möglichst dick und mit
Hochglanz; später erlebten wir die Vorliebe für ge-
schliffene oder geblasene Holzbehandlung und man-
ches andere, während gegenwärtig die Maserung im
Zusammenbau ornamentaler Muster allgemein be-
wundert wird. Das mag, wie bei anderen Modeströ-
mungen, im materiellen Angebot oder auch in un-
erklärlich suggestiven Zeiterscheinungen seine Ur-
sache haben; jedenfalls hat es mit Stilentwicklung
wenig zu tun und geht als wechselnder Geschmack
vorüber. Dagegen ist gar nichts zu sagen, und es
bringt Abwechslung.
Nur eines wird dabei leicht mißachtet, das ist die
sehr unterschiedliche wüchsige Eigenschaft der ver-
schiedenen Holzarten, die sich durchaus nicht in
gleicher Weise für die gleiche Behandlungsweise
eignet. Da jede Holzart ihren besonderen Wuchs
und Schönheit besitzt, soll man sie auch dement-
sprechend behandeln und ihr nicht eine »Verschöne-
rung« aufnötigen, die nicht für sie geeignet ist, ja
sie oft gar verunstaltet. Es ist deshalb wünschens-
wert, daß auch der Käufer über die verschiedenen
Eigenschaften der Holzsorten einige Kenntnis be-
sitzt, oder beim erfahrenen und soliden Fachtischler,
dem sie zu Gebote steht, Rat holt.
Schon für die Gestaltung des äußeren Formauf-
baus eines Möbels muß die Struktur der Holzsorte
entscheidend sein. Man kann nicht die mehr wuchtige
Gestalt eines grobfaserigen Holzes, wie zum Beispiel
der Eiche, auf ein naturglattes, etwa das Birnholz
übertragen, weil jene Form, die großzügig gedacht
war, nun kleinlich und nichtssagend wirken würde.
INNEN-DE KORATI ON
AUS DEM SCHLAFZIMMER DES COMANDANTE A.F.1M LANDHAUS »AL ROCCOLO DEL MORO«-IDUNO
VON DER SCHÖNHEIT UNSERER HEIMISCHEN HOLZARTEN
Aus unerklärlichen Ursachen wechselt zeitweise
II der Geschmack in der Wohnungseinrichtung,
und es werden Holzsorten und besondere Behand-
lungsarten allgemein gefordert, die man vordem
weniger beachtet hat. Wie ehedem Eiche, dann Birne
und Birke bevorzugt wurde, ist es gegenwärtig der
Nußbaum, der sich allgemeiner Beliebtheit erfreut.
Im vorigen Jahrhundert, zur Gründerzeit, mußte
jedes Möbel poliert sein, möglichst dick und mit
Hochglanz; später erlebten wir die Vorliebe für ge-
schliffene oder geblasene Holzbehandlung und man-
ches andere, während gegenwärtig die Maserung im
Zusammenbau ornamentaler Muster allgemein be-
wundert wird. Das mag, wie bei anderen Modeströ-
mungen, im materiellen Angebot oder auch in un-
erklärlich suggestiven Zeiterscheinungen seine Ur-
sache haben; jedenfalls hat es mit Stilentwicklung
wenig zu tun und geht als wechselnder Geschmack
vorüber. Dagegen ist gar nichts zu sagen, und es
bringt Abwechslung.
Nur eines wird dabei leicht mißachtet, das ist die
sehr unterschiedliche wüchsige Eigenschaft der ver-
schiedenen Holzarten, die sich durchaus nicht in
gleicher Weise für die gleiche Behandlungsweise
eignet. Da jede Holzart ihren besonderen Wuchs
und Schönheit besitzt, soll man sie auch dement-
sprechend behandeln und ihr nicht eine »Verschöne-
rung« aufnötigen, die nicht für sie geeignet ist, ja
sie oft gar verunstaltet. Es ist deshalb wünschens-
wert, daß auch der Käufer über die verschiedenen
Eigenschaften der Holzsorten einige Kenntnis be-
sitzt, oder beim erfahrenen und soliden Fachtischler,
dem sie zu Gebote steht, Rat holt.
Schon für die Gestaltung des äußeren Formauf-
baus eines Möbels muß die Struktur der Holzsorte
entscheidend sein. Man kann nicht die mehr wuchtige
Gestalt eines grobfaserigen Holzes, wie zum Beispiel
der Eiche, auf ein naturglattes, etwa das Birnholz
übertragen, weil jene Form, die großzügig gedacht
war, nun kleinlich und nichtssagend wirken würde.


