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INNEN-DEKORATION
ladenden Umrissen gegebene Darstellungen bedürfen mäldes, so ist das in noch erhöhtem Maße der Fall
nur einer geringeren Rahmenbreite. Kleineren Bil- bei gemusterten Tapeten den Linien und Umrissen
dem, denen man keine eigene Wand bewilligen kann, einer bildlichen Darstellung gegenüber. Nicht einmal
sollte man soviel Abstand wie möglich von benach- ruhige glatte Möbel vertragen sich mit einer über-
barten Möbeln gewähren; ferner wäre deren Grund- deutlichen Ornamentierung der Tapeten; wie sollte
form zu berücksichtigen, indem man neben einem es denn mit einer aus völlig anderer Sphäre stam-
Hochschrank ein Querbild, über ein längliches Büfett menden Schöpfung des Künstlers sein, die wir be-
dagegen, vielleicht nicht ganz in dessen Mitte, gegen- schaulich nachempfinden möchten? Das gleiche gilt
sätzlich ein Bild im Hochformat hängt. von den Blumenmustern der Vorhänge, während man
Ebenso wesentlich wie Form und Ausmaße der bei kräftig gemalten Bildern erleben kann, daß sie
Bilder und Möbel in ihren Beziehungen zu einander, sich mit einfarbigen, harmonierenden Textilstoffen
ja noch wichtiger, ist die Wahl des Untergrundes, vorteilhaft zusammenbringen lassen,
auf dem die Bilder hängen sollen. Bilder sind in Noch ein Wort über die Befestigung der Bilder,
ihren Farben stets sehr sorgfältig abgewogen; also Nägel sollte man überhaupt nicht verwenden, schon
darf nicht ein Farbton in ihre Nähe gebracht werden, deshalb nicht, weil man selten gleich beim ersten
der diese Harmonie durch Eingriffe stört, indem er Suchen den richtigen Platz für ein Kunstwerk findet,
einer Farbe des Gemäldes ein nicht vom Künstler Vielmehr läßt man in Gesimshöhe eine Leiste laufen,
beabsichtigtes Übergewicht gibt oder mit ihr in heftige von der Schnüre, der Farbe des Wandtons entspre-
Gegenwirkung tritt. Daher gibt man in Kunstausstel- chend, herabhängen; an sie knüpft man die rück-
lungen den Wänden eine »neutrale« Farbe, meist seifigen Ösen der Bilderrahmen. So hat man volle
Grau oder ein sehr blasses Gelb. Stört die ungeschickt Bewegungsfreiheit und kann auch gelegentlich den
gewählte Farbe des Wandgrundes die Farben des Ge- Bilderschmuck wechseln. - f. h.
Aufnahmen: Emil Lcitncr-Berlin
haus am wannsee »gartensitzplatz« eisenmöbel weiss lackiert, bezüge: rotes lacktuch
entw. und ausf, »me1sterraume« gesellschaft für repräsentative wohnkultur —berlin
INNEN-DEKORATION
ladenden Umrissen gegebene Darstellungen bedürfen mäldes, so ist das in noch erhöhtem Maße der Fall
nur einer geringeren Rahmenbreite. Kleineren Bil- bei gemusterten Tapeten den Linien und Umrissen
dem, denen man keine eigene Wand bewilligen kann, einer bildlichen Darstellung gegenüber. Nicht einmal
sollte man soviel Abstand wie möglich von benach- ruhige glatte Möbel vertragen sich mit einer über-
barten Möbeln gewähren; ferner wäre deren Grund- deutlichen Ornamentierung der Tapeten; wie sollte
form zu berücksichtigen, indem man neben einem es denn mit einer aus völlig anderer Sphäre stam-
Hochschrank ein Querbild, über ein längliches Büfett menden Schöpfung des Künstlers sein, die wir be-
dagegen, vielleicht nicht ganz in dessen Mitte, gegen- schaulich nachempfinden möchten? Das gleiche gilt
sätzlich ein Bild im Hochformat hängt. von den Blumenmustern der Vorhänge, während man
Ebenso wesentlich wie Form und Ausmaße der bei kräftig gemalten Bildern erleben kann, daß sie
Bilder und Möbel in ihren Beziehungen zu einander, sich mit einfarbigen, harmonierenden Textilstoffen
ja noch wichtiger, ist die Wahl des Untergrundes, vorteilhaft zusammenbringen lassen,
auf dem die Bilder hängen sollen. Bilder sind in Noch ein Wort über die Befestigung der Bilder,
ihren Farben stets sehr sorgfältig abgewogen; also Nägel sollte man überhaupt nicht verwenden, schon
darf nicht ein Farbton in ihre Nähe gebracht werden, deshalb nicht, weil man selten gleich beim ersten
der diese Harmonie durch Eingriffe stört, indem er Suchen den richtigen Platz für ein Kunstwerk findet,
einer Farbe des Gemäldes ein nicht vom Künstler Vielmehr läßt man in Gesimshöhe eine Leiste laufen,
beabsichtigtes Übergewicht gibt oder mit ihr in heftige von der Schnüre, der Farbe des Wandtons entspre-
Gegenwirkung tritt. Daher gibt man in Kunstausstel- chend, herabhängen; an sie knüpft man die rück-
lungen den Wänden eine »neutrale« Farbe, meist seifigen Ösen der Bilderrahmen. So hat man volle
Grau oder ein sehr blasses Gelb. Stört die ungeschickt Bewegungsfreiheit und kann auch gelegentlich den
gewählte Farbe des Wandgrundes die Farben des Ge- Bilderschmuck wechseln. - f. h.
Aufnahmen: Emil Lcitncr-Berlin
haus am wannsee »gartensitzplatz« eisenmöbel weiss lackiert, bezüge: rotes lacktuch
entw. und ausf, »me1sterraume« gesellschaft für repräsentative wohnkultur —berlin


