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Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 54.1943

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Tschauner, Ellie: Gastlichkeit als Schulbeispiel: Arbeiten von Oberbaurat Schirmer und Architekt Artur Rother, Breslau
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https://doi.org/10.11588/diglit.10969#0182

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164

INNEN-D EK ORATI ON

OBERBAURAT SCHIRMER UND ARCHITEKT ARTUR ROTHER-BRESLAU »ESSRAUM EINER SCHULKQCHE«

Kühlanlage. Dieser ganze Teil erhielt einen hellen
Anstrich, um diese rein wirtschaftliche Einrichtung
gegenüber dem Gast-Raum zurücktreten zu lassen.

Die gegenüberliegende Stirnwand (Abb. S. 162) ist
durch zwei festlich wirkende Pilaster mit Lichtträgern
aufgeteilt. Zwischen ihnen wurde eine Vitrine aus grau
gebeiztem Riegelahorn aufgestellt. Ihr geschlossener
Unterbau dient zur Aufbewahrung von Tischwäsche,
das Oberteil mit den gläsernen Schiebetüren nimmt
kunstgewerbliche Glas- und Porzellangegenstände
verschiedener Art auf und gewinnt durch den ge-
pflegten Charakter dieses Zierates Lebendigkeit und
geschmackvoll hingetupfte Farbe. Seitlich ladet eine
lange, eingebaute Sitzbank zu behaglicher Rast. Die
schön profilierten Paneele, die sie überragen, und
auch alle übrigen Holzverschalungen wurden in ge-
bleichtem Rüsterholz ausgeführt.

Der Eingang erfuhr eine besondere Betonung. Die
stark profilierte Einfassung und die Paneelierung
reicht hier bis zur Decke. In der freien Fläche über
der Eingangstür hängt eine Uhr: eine sehr praktische
Bereicherung und ein Schmuck des Raumes.

Die Fensterseite mit ihrer gefällig aufgeteilten

Gliederung erhielt in dem Bestreben, dem Ganzen
eine ruhige und vornehme Grundnote zu geben,
schwere graue Veloursvorhänge, die bis zu den Holz-
verkleidungen der Heizkörper reichen. Vor die Fen-
ster wurden kleine Einzeltische gerückt. Zwischen
sie schiebt sich ein schmales Schränkchen in Fenster-
bordhöhe. Es bekam eine Glasplatte und dient sowohl
als Abstellmöglichkeit für Speisen, Geschirr, Besteck,
wie auch als Aufbewahrungsort für Zeitungen und
Zeitschriften, die den Gästen zur Verfügung stehen.

Der Boden wurde durchweg in Parkett ausgelegt,
rote Kokosläufer bezeichnen die Laufgänge. Ihr
warmer Farbton, gemeinsam mit dem spiegelnden
Honiggelb des Holzes und dem lichtgrünen Anstrich
der Wände über den Paneelen, beleben die graue
Grundnote. Diese Wandflächen wurden in Gips-
technik behandelt und dann gestrichen. Decke und
Stuckpilaster sind in Weiß gehalten. Die beiden fest-
lich wirkenden Kronen und die Wandleuchter schim-
mern im matten Glänze von Weißmetall. Ein Bild
des Führers vervollständigt neben dem bereits zitier-
ten Ausspruch des Führers den harmonischen Raum-
eindruck, der einen jungen und empfänglichen
 
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