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EIN FAMILIENMONUMENT
AUS LUDWIGSBURGER PORZELLAN
IM FRANKFURTER KUNSTGEWERBE-MUSEUM
VON
ROBERT SCHMIDT
Vor kurzem glückte dem Frankfurter Kunstgewerbe-Museum die Erwerbung des in
Abb. 17 Aviedergegebenen Porzellan-Monumentes. Mit der blaugemalten Doppel-C-
Marke signiert, stellt es eines der imposantesten Werke der Spätzeit der Ludwigsburger
Manufaktur dar. Das etwa 55 cm hohe Monument ist aus drei einzeln gebrannten Stücken
zusammengesetzt; die Glasur ist bis auf winzige Unreinlichkeiten klar weiß, den ein-
zigen farbigen Schmuck bildet sparsam verwendete Vergoldung und die zehn schwarzen
Porträtsilhouetten.
In Aufbau und plastischer Durchführung vertritt es den Typus des Zopfstiles in solcher
Klarheit, wie sie konsequenter und idealer nicht zu denken ist. Das Ganze ein großer
Altarbau mit kräftigem Mittelteil, getragen von einem mehrstufigen Unterbau, dessen
breite Basis ringhaltende Löwenköpfe mit hängenden Weinguirlanden schmücken. Auf
der Deckplatte, flankiert von kleinen Pyramiden, ein schmaler Aufsatz, der eine urnen-
artige Vase trägt. Von dieser herab schlingen sich Weinlaubguirlanden, an denen sym-
metrisch sieben Ovalmedaillons mit jugendlichen Porträtsilhouetten befestigt sind. Drei
ebensolche Medaillons größeren Maßstabs schmücken die Vorderseite des Mittelteils;
die Enden der Weinlaubgewinde werden gehalten von zwei geflügelten Genien, die zur
Seite Wache halten. Altar, Urne, Laubgewinde, das Ovalmedaillon, die schwarzen Sil-
houetten, Löwenköpfe und antikisch gekleidete Genien sind die charakteristischsten und
beliebtesten Requisiten des Zopfstils, und so konnte mit voller Sicherheit das Jahrzehnt
zwischen 1780 und 1790 als Entstehungszeit des IVIonumentes von vornherein ange-
nommen werden.
Interessant und wichtig war nun zuerst die Frage: wen stellen die zehn Porträts dar? Das
Verhältnis der Dargestellten zueinander ist nicht zweifelhaft. Die drei großen Silhouetten
zeigen einen Herrn mit seinen zwei Frauen; die sieben kleineren Medaillons tragen die
Porträts ihrer Kinder. Die Ludwigsburger Marke des Stückes, sowie seine nachgewiesene
Herkunft aus schwäbischem Besitz machten es ziemlich sicher, daß es sich um eine
schwäbische Familie handelt. Nahe lag nun natürlich der Gedanke an das württem-
bergische Herzogshaus in Analogie zu ähnlichen porzellanenen Denkmälern und Bild-
nissen anderer Manufakturen (Carl Theodor in Frankenthal; Katharina von Rußland
 
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