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Jahrbücher für Kunstwissenschaft — 4.1871

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Zahn, Albert von: Die Dresdner Dürer-Handschrift
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https://doi.org/10.11588/diglit.49880#0212

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Die Dresdner Dürer-Handschrift.
Die politischen Ereignisse haben die für Nürnberg projectirte grössere
Feier zum 400jährigen Geburtstag Albrecht Dürers verhindert, auch
die Ausstellung von Kunstwerken Dürers in Nürnberg wird nur eine locale
sein. Die Besucher derselben werden aber Gelegenheit haben, daselbst
die berühmte Dürer-Handschrift der k. öffentl. Bibliothek zu Dresden
zu sehen, auf welche aufmerksam zu machen der Zweck dieser Zeilen ist.
Dank dem Umstande, dass der ausgezeichnete Bibliograph Ebert
für Hellers Werk (S. 998 fg.) die Beschreibung dieser Handschrift
lieferte, ist dieselbe so correct und vollständig ausgefallen, dass bezüglich
des Textes kaum ein wesentlicher Zusatz oder eine Verbesserung zu
geben sein dürfte.
Gleich den Londoner Dürer-Handschriften ist auch der Dresdner
Band ein wunderbares Beispiel des ausserordentlichen Fleisses und der
Ausdauer, welche Dürer auf die Ausarbeitung des von ihm für so wichtig
gehaltenen Proportionswerkes verwendete. — Die Titelbemerkung: „Das
Buch hab gepessert und im 1528 in Druck gericht“, bezieht sich
darauf, dass Dürer im Jahre 1528 ein neues Druckmanuscript des bereits
1523 vollendeten ersten Buches ausarbeitete, dessen Fassung uns im
gedruckten Text erhalten, dessen Original aber, gleich dem zum Druck
benutzten Manuscript der drei anderen Bücher, verloren ist. Der alte
Besitzer, welcher mit kalligraphischer Hand von Neudörffer’schem Ductus
die Bemerkung einschrieb: Pirkheimer habe die im Manuscript ersichtlichen
Correcturen nach D.’s Tode für den Druck eingetragen, hat sich geirrt;
zum Druck ist eben die von D. gebesserte neue Ausarbeitung gebraucht
worden, während das dadurch erledigte Manuscript bei Seite gelegt
wurde.
Die beiden Zettel an Pirkheimer beziehen sich wahrscheinlich auf
einen von diesem redigirten Text der Vorrede, der sich in der Londoner
Handschrift (III, Bl. 1 und 2; vgl. Jahrbücher I. S. 10) erhalten hat,
und dessen Schlusswendung über das „ durchdringentt sterblich vergifft
 
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