Maximilian <Römisch-Deutsches Reich, Kaiser, I.>; Schultz, Alwin [Editor]; Kunsthistorische Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses <Wien> [Editor]; Treitzsaurwein, Marx [Oth.]
Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses (ab 1919 Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien): Der Weisskunig — Wien, 6.1888

Page: 186
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dieselben baid häufen wider hinein in ir veld; doch waren etlich aus denselben hawfen am wald durch die
weiß geselschaft (fol. 303 a) abgerent und erschlagen, die sich versaumpten. Indem kamen des jungen weißen
kunigs häufen alle auf die weit an den wald, und der jung weiss kunig ließ zwen hawfen, nemlichen ainen
zu ross und ainen zu fuess, mit dem geschutz in den wald auf ain gehaw rucken und schoss biß in die drit
5 stund in ir hör, dardurch sy an leuten und vich etlich schaden emphiengen; aber er kunt sy nit in die
flucht schiessen. Also schlueg er sich neben inen an seiner gewunnen stat nider in die graben und ließ
schanzen, damit er mit seinem kriegßfolk vor denselben seinen veinden auch sicher lege, und gieng am
morgens mit seinen hawbtleuten zu rat, wie er sy schlagen möcht. Da vand er in rat, das nit wol muglich
was, nachdem (fol. 3031>) und ir sovil, auch dermassen wol versehen waren, sy zu schlagen, aber man solle sy

10 ausharren, dann sy der menig des volks, auch der grossen costung und schaden halben und das er inen so
gar an der Seiten lege, nit lang beleiben möchten. Aber der jung weiß kunig viel auf ain andere maynung
und zwen seiner hauptleut mit ime, die des lands art und die Sachen am pasten wissent, nemblichn ain
grosse stat hinder inen zu stürmen und zu uberfallen, und wo solichs beschehen were, so heten die feind
der profant halben das leger räumen muessen. Sölichs ward also ainhelliglichn für guet beschlossen,

15 und der jung weiß kunig zoch darauf des andern tags mit dem ersten hawfen aufs veld, der maynung
(fol. 304a) die Ordnung zu machen und den anslag zu verpringen. Da er nun hinaus kam auf das veld, be-
sorget seiner öbrister hauptleut ainer, das derselb anschlag zu rösch were, und bedorft doch sölichs im rat
nit widersprechen; der machet mit den veinden ain rennen hinder sich hinaus aus dem hör, dardurch der
jung weiß kunig sein volk zusamen pracht. Aber derselb zug was zu spat und mueset wider in sein

20 leger rucken, der maynung, des andern tags sölhen seinen furgenomen zug zu verbringen. Aber des
jungen weißen kunigs hauptleut kamen alle zu irem herren, dem jungen weysen kunig, und schluegen
solhen zug ab mit diser anzaigung, der veind weren zu vil, und wo er den stürm verlur, (fol. 304b) so möcht
er mit seinem hör von den veinden geslagen und nidergelegt werden. Der jung weiß kunig widerredet
inen sölichs, aber es half alles nit, sonder sy paten strenklichn darfur. Also machet inen der jung weiß

25 kunig ainen andern anschlag, der gestalt, dieselben seine veind durch ain prucken, die er dieselb zeit
mit ime auf wägen fueren Hess, zu hinderziechen; das sy ime also verwilligeten und zochen mit ime
auf ain halbe meil hin zu, da man die prucken slagen solle. Aber als der jung weiß kunig die Ordnung
machet des hinderszugs, viel abermals ain grawsen in seine hawptleut und umbkerten sich widerumb auf
ir alte maynung, man solle kain wagnus mit den veinden nit anne(fol. 305 a)men, sonder die sach gegen inen

30 auf die harr stellen, wie sy dann solichs zum allerersten beratschlagt heten. Solichs widerredet inen
der jung weiß kunig abermals mit vil gruntlichen Ursachen, aber es half alles nit. Indem erzürnet der jung
weiß kunig und sagt zu inen, er wolt von inen ziechen zu seiner hauptleut ainem, der dann von seinen
wegen auf dem mör wider die vorgemelt praun geselschaft den krieg fueret, und das sy under inen selbs
ainen hauptman auf würfen, so wolt er inen sein kriegsfolk ubergeben, alsdann möchten sie kriegen, wie sy

35 wolten, dann es were unerlichen, also stil zu ligen und sein merklich gelt auf sölich sein kriegsfolk zu ver-
swenden, wiewol desselben kriegßvolks vil weniger waren, dann der praunen und (fol. 3051>) plaben gesel-
schaft. Und zoch dardurch ab widerumb in sein vest hör an die stat, wie vor geschriben stet; des andern
tags kamen seine hauptleut wider zu ime und paten ine, das er bey inen beleiben und ainen andern anslag
machen solt, so wolten sy ime volgen. Also besetzet er die stat vil sterker, als not was, mit guetem kriegs-

4° folk, wie hernach davon beschriben wird, und zoch mit seinem hör auf ain ander ort in der praunen
geselschaft land, inen zu schaden, sy dardurch zum streit oder abzug von derselbn stat zu bringen.
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