Maximilian <Römisch-Deutsches Reich, Kaiser, I.>; Schultz, Alwin [Editor]; Kunsthistorische Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses <Wien> [Editor]; Treitzsaurwein, Marx [Oth.]
Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses (ab 1919 Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien): Der Weisskunig — Wien, 6.1888

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zoch mit demselben seinem kriegsfolk auf ain stat, daran dann dem plaben kunig vil gelegen was, und
schlueg sich für dieselb stat; als aber der plab kunig vernam, das der jung weiß kunig sich für dieselb
stat stark furgeslagen het, versamlt er sein kriegsfolk ungeverlichen biß in vierunddreissigtausend man
stark und schicket dasselb sein volk gegen dem jungen weisen kunig, mit bevelch, denselben weißen
5 kunig in eyl zu bestreiten, ee dann sein weißer hauptman aus dem grossem land zu ime kome. Aber der
jung weiß kunig was erzürnt und wartet der plaben mit dem streit, die dann gegen ime zugen, und
dieselb plab geselschaft leget sich ungeverlichn auf zwo (fol. 355a) meil hinzu, und nemlichn drewtausend
pherd legten sich sonderlichen auf ain viertlmeil wegs von dem plaben hör. Des wurd der jung weiß
kunig gewar und machet sich auf mit allem seinem volk und uberfiel dieselben drewtausend pferd bey
10 der nacht und schlueg dieselben in die flucht, dardurch sy viel pherd im leger verlassen muessten, die des
jungen weißen kunigs geselschaft eroberten. Dieselben pferd kamen auch dem jungen weisen kunig und
seinem volk zu dem streit zu merklichm nutz und guetem und der plab geselschaft so vil zu schaden,
dann welher in der weißen geselschaft nit wol beritten was, der nam ein pessers pferd.

(foi. 356a) Wie der jung weyß kunig mit der plaben geselschaft ainen streit het und
15 den sig behielt, auch dem plaben kunig zway stetl abgewan.

er jung weiß kunig sterket sich mit zwainzigtausend mannen und zoch dem plaben
kunig in sein kunigreich; daentgegen sterket sich der plab kunig mit dreyssigtausend
man, aber nit so guet volk, als der weiß kunig. Der plab kunig was auch der maynung,
er wolt in aigner person mitzogen sein, aber indem ward er mit plödigkayt beladen
und schicket mit seinem volk seiner hauptleut ainen. Der jung weiß kunig schlueg sich
für ain starke stat, dardurch floß ain groß tief wasser; auf dieselb stat zoch auch des
plaben kunigs hauptman und legert sich auf die ander (fol. 356b) seyten des wassers; der sterket dieselb stat
mit haupt- und streytgeschutz so stark; das der jung weiß kunig in rat vand, dieselb stat nicht zu stürmen,
sonder den streit zu suechen. Also prach er zustundan auf und legert sich an dasselb wasser und ließ
25 dieselb nacht darüber prucken, und der plab hauptman schicket ime entgegen drewtausend pferd, zu
wenden sölich uberprucken. Aber sölich wendung möcht nit beschehen, dann der jung weiß kunig fand
neben der prucken ainen furt, da er sein volk den merern tail hindurch pracht und ließ das streitgeschutz
über die prucken geen mit grosser eyl, und von einer hoch schoß er die drewtausend phert zurück und
rucket mit seiner wagenpurg hinauf auf dieselb hoch. Aber dagegenuber auf ain viertlmeil wegs was
30 auch ain hoch; (fol. 357a) auf dieselb hoch rucket der hauptman von der plaben geselschaft und nam dieselb
hoch an, das baide hör an ainander möchtn sehen, und hielten also ain zeit gegen ainander, das kainer
dem andern sein hoch wolt ubergeben. Der jung weiß kunig het in seinem hawfen gemacht ain wagen-
purg, er het auch gemacht drey hawfen, ainen zu roß und zwen zu fueß; desgleichen het der plab haupt-
man auch drey hawfen gemacht. Aber als der jung weiß kunig ersach, das der plab geraissig zewg umb
35 etwas vil sterker was, dann sein geraissiger zewg, da verordnet er seinen geraissigen zewg auf die ander
seiten seiner fuesknecht, dann seine fuesknecht heten den merern tail lanzen oder fuesknechtspieß, aber
die plaben fuesknecht heten alle geschutz und kurze wer, (fol. 357b) und mit sölicher Ordnung rucket der jung
weiß kunig mit seinem volk von der hoch hinab, dann er je willen het zu streiten, und zoch den nechsten
auf die plab geselschaft mit allen seinen hewfen, geslosscn mit der wagenpurg. Also traf geleich mit ime
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