Maximilian <Römisch-Deutsches Reich, Kaiser, I.>; Schultz, Alwin [Editor]; Kunsthistorische Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses <Wien> [Editor]; Treitzsaurwein, Marx [Oth.]
Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses (ab 1919 Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien): Der Weisskunig — Wien, 6.1888

Page: 270
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(fol. 4311>) bringt hier den Holzschnitt Seite ig5.

(foi. 432a) Wie der jung weyß kunig vor seinem wegziechen sonst auch zwen hauptleut
verordnet auf ain anders abgefallen volk, das sy dann sluegen und bezwangen.

er jung weiß kunig het auch sonst ainen beruembten kriegsman, der vil ritterlicher
sachen bey ime und in seinem dienst gethan het; demselben gab er auch etlich kriegs-
folk zu von seiner täglichen weißen geselschaft und machet ine darüber zu hauptman
und schicket ine auf ain ander volk, so ime abgefallen was, die der plab kunig auch mit
seiner listigkait und mit seinem grossen gelt, das er dann alwegen darzu prauchet,
bewegt het. Also zoch derselb hauptman (fol. 432 b) mit seinem volk auf die obgemelt
abgefallen geselschaft und gewann inen zwo slacht nach ainander ab, ain grosse und ain klaine. Der jung
10 weiß kunig ließ auch dieselbn abgefallen geselschaft auf dem wasser bekriegen, dann sy heten auch vil
kriegsschef, und er verordnet seinen kriegsscheffen ainen aigen hauptman zu. Also notigetn die bemelten
baid hauptleut die abgefallen geselschaft dermassen, das sy sich wider in die weiß geselschaft dem jungen
weisen kunig zu ergeben erpoten. Das teten sy auch zum tail aus der ursach, dann sy vermainten, sy
wolten sich dardurch erreten mit der speisung, dann sy an speiß grossen mangl heten, und die vorgemelten
15 zwen hauptleut solten sölichs in dem bestand der rachtigung übersehen, dardurch sy sich widerumb
speisen möchtn, und (£01.4333) schickten sich gar in grosser gehaim zu der speisung, waren auch der
maynung daneben, auf die weiß geselschaft durch ire kriegsschef ainen grossn raub zu thuen. Das also gar
nahend beschehen were, das solichs der weiß schefenhauptman ubersehen het; aber er kam dannocht zu
rechter zeit und het nichts ubrigs und fuer auf sy und fand sy im raub, doch gleich als sy von dem rawb
20 wider in ire schef getreten waren, und schlueg sy und ertrenkt ir vil. Nemlich sy flochen aus irn grossen
scheffen in die klainen schiflein, darauf an land zu faren und auf dem land zu entrynnen, aber sy er-
trenketn sich selbs aus Überladung der schifflein. Also vieng die weiß geselschaft den ainen hauptman der
veind mit aller schiffung; der ander (fol. 433b) hauptman entran inen, und aus derselben flucht ward derselb
hauptman krank und starb, und an seinem todpet prediget er seinem volk, das sy sich hinfuro hueten
25 sollen, wider irn herrn, den jungn weißen kunig, und wider die gerechtigkait zu thun, dann es neme in
dieser noch jener weit kain guet ende. Auf sölichs ergab sich dasselb volk mit ainem gueten grund
und grossem willn widerumb an die weiß geselschaft und gaben alle ire befestigungen ein den obgemeltn
zwayen hauptleuten, zu willen und gehorsam irm rechtn herrn, dem jungn weisen kunig.

(101.435 a) Wie der jung weyß kunig zu der weyßen geselschaft kam, die sein lang begert
30 heten, und wie ime der frölich weyß kunig sein reich ubergab.

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ieweil die vorgemelten hauptleut also kriegetn und den sig behielten, kam der jung
weiß kunig zu der weisen geselschaft, die der gruen kunig bekrieget; die emphiengen
den weisen kunig mit sondern grossen frewden und eren, als dann wol zu ermessn ist,
nachdem sy sein lange zeit begert heten. Er kam auch zu ainem alten kunig, genannt
der frölich weiß kunig, der was sein nächst gesipter frund. Nun was derselb kunig ain
F^jM*H*^(9^22Äfe alter swacher man und het gar ein reich vest kunigreich mit gepirg, das übergab er dem
jungen weisen (fol. 435 b) kunig aus aigem freyem willen, und nam dasselb kunigreich also ein, das ime
dann vil guets gethan hat.
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