Maximilian <Römisch-Deutsches Reich, Kaiser, I.>; Schultz, Alwin [Editor]; Kunsthistorische Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses <Wien> [Editor]; Treitzsaurwein, Marx [Oth.]
Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses (ab 1919 Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien): Der Weisskunig — Wien, 6.1888

Page: 299
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schif, die zu derselbn zeit auf dem mör sein gewest, verdorbn und alle, die darynnen gewest sein. Und
nemlichen ain ander schif neben dem weisen kunig het der wind gar an die seyten geworfen, dardurch
vil person hinaus in das mör vielen; doch so ward dasselb schif durch ain grosse dünnen des mörs
widerumb aufgeschlagen gar abenthewrlichen, das kaum in hundert jaren auf dem mör beschehen ist,
und der weiß kunig kam mit seinem schef an land in ain porten; in dieselb porten kamen auch die plab 5
geselschaft, die dem weisen kunig widerwärtig und in disem krieg vermischt waren, dann sy muestn sich
darein ergeben aus not des ungewitters, also wolt der (fol. 472 a) weis kunig mit derselbn plaben geselschaft
gefochten habn. Aber sein kriegsfolk woltn ime solichs zu thun nit verhengn, angesehen, das gleich an
gleich was und gar sorglichen, dann die von der plaben geselschaft den wind widerumb erlangten. In
sölichem wind entwichn sy mit irer schiffung dem weisen kunig und flochn widerumb haim. Darnach 1
wolt sich der weiß kunig gelegen habn für die stat derselbn porten, die dann seinem fursten wider-
wärtig was; aber ime kam kundschaft, wie sich der plab kunig understeen wolt, des weisen kunigs pund-
genossen, die in demselben krieg vermischt waren, an ainem andern ort zu uberfallen; dieselben pund-
genossen schickten dem weisn kunig zwen hauptleut, solichs zufurkumen, davon hernach beschribn wird.

Wie der jung weyß kunig auf dem land wider die plab geselschaft zoch (foi

und darnach baid tail abzugen.

ls der jung weiß kunig vernam, wie sich der plab kunig kunig understeen wolt, seine
pundgenossn an ainem andern ort auf dem land zu uberfallen, da zoch der weiß kunig
derselbn plabn geselschaft under äugen, in der maynung, sy zu befechten; aber dieselb
plab geselschaft verharetn in ainem vortail und wolten den vor oftgemeltn furstn ain
stat uberfallen habn. Sölich ir furnemen was dem weisn kunig verkundschaft, dann
er mit grosser schicklichayt kuntschaft hielt, das sonst der fürst ubersehen het. In
sölichm nahend sich der winter mit ainem grossen ungewitter, dar (fol. 473b) durch der weis kunig, auch die
plab geselschaft mit irn anhengern aus dem veld abzugen.

Wie der plab kunig starb und ain anderer plaber kunig gemacht ward, (foi
und was der weyß kunig mit dem newen plaben kunig handeln ließ.

ach dem vorgemelten krieg, den der weiß kunig zu errettung seins vorgemelten fursten
auf dem mör und auf dem land gethan het, starb der plab kunig, und die plab gesel-
schaft desselben plaben kunigreichs machten zustundan ainen andern plaben kunig.
Derselb new plab kunig was dem jungen weißen kunig mit sipschaft etwas verwandt;
auf solichs schicket der jung weiß kunig sein treffenliche potschaft zu demselben newen
plabn kunig mit erfrewung, das er zu solicher kuniglicher eere und wird kumen (fol. 474^)

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