Kunsthistorische Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses <Wien> [Editor]
Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses (ab 1919 Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen in Wien) — 12.1891

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ACTEN, REGESTEN UND INVENTARE

AUS DEM

ARCHIVO GENERAL ZU SIMANCAS,

HERAUSGEGEBEN VON

DB- RUDOLF BEER,

Einleitung.

Die im Nachfolgenden veröffentlichten Acten und
Regesten aus dem Archivo general zu Simancas (Provinz
Valladolid der spanischen Monarchie) bilden eine Art
Fortsetzung zu mehreren in den früheren Jahrgängen
des Jahrbuchs erschienenen Abhandlungen und Publi-
cationen.' Sie stehen mit diesen auch insofern in einem
äusseren Zusammenhange, als ihre Veröffentlichung
ebenso wie die der früheren Studien einem Auftrage
Zu danken ist, welchen Se. Excellenz der Herr Oberst-
kämmerer Ferdinand Graf zu Trauttmansdorff-
Weinsperg dem Schreiber dieser Zeilen zuwendete
und der dahin ging, in spanischen Archiven und Biblio-
theken das für das Jahrbuch zweckdienlich scheinende
Actenmaterial zu durchforschen, beziehungsweise zu
copiren, sowie Gelehrte auf spanischem Boden
Zur Mitarbeit an dem gemeinsamen Werke heranzu-
ziehen.

Indem wir nun daran gehen, über unsere eigenen
Studien Bericht zu erstatten und einen Theil derselben
der Oeffentlichkeit zu übergeben, obliegt uns zunächst
die Pflicht, allen Förderern unserer Aufgabe an dieser
Stelle den verbindlichsten Dank abzustatten. In erster
Linie dem hohen Auftraggeber selbst, welcher, von war-
mem Interesse für das Unternehmen erfüllt, die ver-
schiedenen Probleme desselben aufmerksam verfolgte und
dem Schreiber dieser Zeilen durch Zuwendung einer
namhaften Unterstützung die Bewältigung der gestellten
langwierigen und kostspieligen Aufgaben ermöglichte.
Ferner dem k. u. k. Botschafter Oesterreich-Ungarns
am spanischen Hofe, Sr. Excellenz Grafen Victor
Dubsky, welcher uns durch vielfache verständnissvolle

i Unveröffentlichte Beiträge jur Geschichte der Kunstbestre-
bungen Karls V. und Philipps II. mit besonderer Berücksichtigung
Titians von Manuel Remon Zarco del Valle, Jahrbuch, Bd. VII,
S. 221 bis 2?8. Ueber Krönungsinsignien und Staatsgewänder
Maximilians I. und Karls V. und ÜBT Schicksal in Spanien von Pedro
de Madras, Jahrbuch. Bd. IX, S. 446—464. Bilderinventar der
Waffen, Rüstungen, Gewänder und Standarien Karls V. in der
Armeria Real ^u Madrid, herausgegeben vom Grafen Valencia
de Don Juan, Jahrbuch, Bd. X, pag. CCCLIII—CCCC und Bd. XI,
pag. CCXL1II-CCCXXIV.

Interventionen im Sinne der geplanten Arbeiten und
durch mannigfaltige Unterstützung mit Rath und That
unablässig zur Seite stand.

Was den meritorischen Theil der Aufgabe anbe-
langt, so haben sich in erster Linie Hofrath Ernst Ritter
von Birk, Vorstand der k. k. Hofbibliothek, sowie auf
spanischem Boden Staatsrath Pedro de Madrazo,
Armeriachef Graf Valencia de Don Juan und Palast-
bibliothekar Manuel Remon Zarco del Valle durch
nützliche Winke und wichtige Quellennachweise um das
Unternehmen hochverdient gemacht. Das warme Inter-
esse der letztgenannten spanischen Gelehrten für die
neu vorgelegte österreichische Publication beweist zur
Genüge die Thatsache, dass die eingangs erwähnten
Arbeiten derselben sofort mit Vergnügen dem Jahrbuche
Zur Verfügung gestellt wurden.

Es wird Aufgabe einer für später vorbehaltenen
besonderen Studie sein, das von anderen Forschern auf
dem Gebiete kunsthistorischer Qjiellenarbeiten aus der
spanisch-habsburgischen Periode zu Tage geförderte
Material zu registriren und eingehender zu würdigen.
So verdienstlich und dankenswerth die Arbeiten erschei-
nen, auf die wir wiederholt ztlr"ckkommen werden,
ebenso sicher ist die Thatsache, dass wir von dem wirk-
lich Wissenswerthen und Schätzbaren nur einen verhält-
nissmässig geringen Bruchtheil allgemein zugänglich ge-
macht besitzen. Die Hauptschwierigkeit liegt in der von
dem Uneingeweihten kaum zu ahnenden Fülle und Unzu-
gänglichkeit des Materials, Umstände, welche namentlich
das Hauptdepot Spaniens, das Archivo general zu Si-
mancas, als charakteristische Merkmale kennzeichnen.
Die altersgraue Festung in unwirklicher Gegend, von
wenigen Lehmhütten umgeben, bietet keinen entsprechen-
den Aufenthalt für anstrengende und, wie bereits traurige
Exempel lehren, geradezu aufreibende Forschung. Die
absolute Unmöglichkeit, an dem weltverlassenen Orte die
allernächsten Bedingungen menschenwürdiger Existenz
ZU gewinnen, haben selbst die anspruchslosesten Reisen-
den zl< bitteren Klagen veranlasst.

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