Deutsches Archäologisches Institut [Editor]; Archäologisches Institut des Deutschen Reiches [Editor]
Jahrbuch des Deutschen Archäologischen Instituts: JdI — 18.1903

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ÜBER DEN AUGUSTUSBOGEN IN SUSA.
Hierzu Tafel I.
Zu den sich erfreulich mehrenden Anzeichen, daß die lange Zeit der Ver-
nachlässigung der römischen Denkmälerwelt vorüber ist, gehört auch die stattliche
Publikation des Augustusbogens von Segusio, welche neulich im Auftrage der
Turiner archäologischen Gesellschaft, einen Plan des verstorbenen Ariodante Fabretti
durchführend, der bekannte Epigraphiker Ermanno Ferrero herausgegeben hat1.
Aus der Absicht, dieses verdienstliche Werk des von mir persönlich hochgeschätzten
Gelehrten durch eine kurze Anzeige bei uns bekannt machen zu helfen, erwuchsen
mir unverhofft Ergänzungen zu der darin geleisteten Arbeit. So wenig mir Wissen
und Zeit gestatten, sie bis ans Ende zu verfolgen, ja gerade deshalb glaubte ich
sie. nicht in einer Rezension vergraben, sondern hier kompetenteren Forschern zur
Nachprüfung und Weiterführung vorlegen zu sollen.
Über Ursprung und Sinn des Monuments belehrt uns die Weihinschrift, auf
beiden Seiten der Attika gleichlautend mit vertieften, einst aus Erz eingelegten
Buchstaben angebracht2: Imp. Caesari Augusto Divi f. pontifici maxumo tribunic.
potestate xv imp. xm Μ. Iulius regis Donni f. Cottius praefectus ceivitatium quae sub-
scriptae sunt: Segoviorum Segusinorum Belacorum Caturigum Medullorum Tebaviorum
Adanathim Savincatium Ecdiniorum Veaminiorum Venisamorum Iemeriorum Vesu-
bianorttm QuariatiumP et ceivitates quae sub eo praefecto fuerunt. Der Bogen ist
also dem Augustus geweiht im Jahre 9 auf 8 v. Chr'. von dem zum Eponymen
dieser keltoligurischen Alpenlandschaft gewordenen Cottius und den vierzehn Ge-
meinden, denen er nicht mehr, wie sein Vater Donnus, als König, sondern als
kaiserlicher Präfekt vorstand. Dies geschah infolge seines Abkommens mit Augustus
— der sich ja kurz vorher, bis 13 v. Chr., persönlich der Befriedung Galliens, über-
haupt des Westens gewidmet hatte —, worin Cottius, dem versuchten Widerstande
gegen den Herrn der Welt rechtzeitig entsagend, mit ihm »Freundschaft« schloß
et adscitus in societatem rei Romanae quietem genti praestitit sempiternaml. So be-

]) Ermanno Ferrero, L’arc d' Auguste a Szise, pzzblie
sous les auspices de la societe d' archeologie et des
beaux-arts pour la province de Turin. 19 planches
ddapres les photographies de Secondo Pia et 17 figures
dans le texte. Turin, Bocco fr er es, 1901. Folio.
‘9 Ferrero, Taf. 14—17, S. 27 —31. C.I.L. V. 2,
No. 7231. Dessau, Inscr. lat. I, No. 94.
S. 394 f. II. Nissen, Ital.
Jahrbuch des archäologischen Instituts XVIII.

3) So Ferrero, S. 30f. statt der bisherigen Lesung
Quadiatium.
4) Ammianus Marc. 15, 10, 2 und 7. Ferrero,
S. V und 23. Mommsen, Röm. Staatsrecht3
II. 2, S. 859; III. 1, S. 557; Röm. Gesch. V3,
S. 15 und besonders im C.I.L. V. 2, S. 808 ff.
Gardthausen, Augustus 1. 2, S. 712 f.; II. 2,
Landeskunde II, S. 148 ff.

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