Deutsches Archäologisches Institut [Editor]; Archäologisches Institut des Deutschen Reiches [Editor]
Jahrbuch des Deutschen Archäologischen Instituts: JdI — 26.1911

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B. Schröder, Zu Mikons Gemälde der Marathonschlacht in der Stoa Poikile.

setzen wir uns in Widerspruch zu der Robertschen Rekonstruktion. C. Robert (Die
Marathonschlacht, 18. Hallesches Winckelmannsprogramm 1895) läßt die Handlung
auf dem Bilde von rechts nach links vorschreiten, so daß sich die Perserflotte an der
linken Seite des Bildes befindet. Er geht (S. 29) stillschweigend von der Voraus-
setzung aus, daß die Beschreibung des Pausanias von rechts nach links fort-
schreitet, und nimmt demgemäß an, daß, wer die Halle vom Markt aus betrat, in
dem rechten Flügel die Schlacht von Oinoe, in dem linken die von Marathon fand.
Es ist jedoch in den Worten des Pausanias nicht gesagt, welche Richtung er nimmt;
Ttpaka [j-sv — TekeoTatov os kann sich auf beide Richtungen beziehen, und sonst scheint


Abb. 1. Grieche; auf einer Nolaner Amphora.

Pausanias »in der Regel von links nach rechts beschrieben zu haben«. (Hitzig-
Blümner, zu Pausanias I, 202/3.) Robert (S. 29) denkt sich den Standpunkt des
Beschauers so, daß er auf den Flöhen von Drakonera stehend vor sich die Ausläufer
des Pentelikon, rechts die Schlucht, links die Bucht und im Vordergründe die Sümpfe
hatte, alles etwas verschoben, aber im wesentlichen der Wirklichkeit entsprechend.
Der Athener, der an die Schlacht von Marathon dachte, nahm aber sicher einen andern
Standpunkt ein. Von Athen aus wendet man den Blick nordostwärts und stellt sich
die Ebene von Marathon so vor, wie man sie zuerst erblickt, wenn man den bequemsten
Weg, durch die Mesogeia um den Pentelikon herum einschlägt, die Ebene also von
Süden her betritt. Dann hat man die Abhänge des Pentelikon und die Schlucht von
Vrana links, die Sümpfe in der Mitte und die Bucht mit der Flotte rechts. Legte
der Maler diese einfachste und natürlichste Vorstellung seinem Bilde zugrunde, so
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