Plan ein, der bald zur Wirklichkeit gedieh durch die Theiluahnie
des für alle derartigen Interessen schnell gewonnenen Ober-Präsidenten
der Provinz Westpreussen, Herrn Staatsministers von Gossler
Excellenz, der mit weitem Blicke und offener Hand allezeit Künste
und Wissenschaften zu fördern bereit ist. Dessen Bemühungen war
es bald zu danken, dass „der Verein für die Herstellung und Aus-
schmückung der Marienburg" eine ansehnliche Geldsumme für die
Drucklegung des Tresslerbuches bereit stellte, wofür Seiner Excellenz
und dem Vereine hiermit der geziemende Dank abgestattet sei. Auch
gebührt nicht geringer Dank den hohen Vorgesetzten des Staats-
archivs, dem Ober - Präsidenten der Provinz Ostpreussen, Herrn
Grafen zu Bismarck Excellenz und dem Direktor der könig-
lichen Staatsarchive, Herrn Professor Dr. Koser, ohne
deren Genehmigung die Publikation nicht hätte erfolgen können.
Das Tresslerbuch ist nichts anderes als das Hauptbuch über
Einnahme und Ausgabe der Ordensstaatskasse, geführt von dem Tressler
oder Ordensschatzmeister bezw. von dessen hiermit beauftragtem
Schreiber in den Jahren 1399—1409. Weder aus den Zeiten vorher noch
aus den späteren hat sich etwas Aehnliches erhalten. Ja, es dürfte zweifel-
haft sein, ob ähnliche Aufzeichnungen früher oder später, als in dem
erwähnten Zeiträume, geführt worden sind. Mit der Kassenbuchführung
ward es beim Deutschen Orden nach unsern heutigen Begriffen nicht
allzu peinlich gehalten. Gebot doch die Ordensregel strenge Geheim-
haltung in Kassensachen, wodurch in den massgebenden Kreisen leicht
das Gefühl der Unverantwortlichkeit und damit eine sorglosere Kassen-
führung entstehen konnte. Die Generalabrechnungen zwischen Tressler
und Grosskomthur, welch letzterer die Kontrole über das Tresselamt
hatte, fanden in mündlicher Verhandlung statt und es wurden wohl
nachher die Aufstellungen (Zettel) der einzelnen Finanzorgane sowie
die Beläge, insofern solche überhaupt beigebracht worden sind, ver-
nichtet; am Schlüsse der Jahresabrechnung, die um Weihnachten
stattfand, genügte ein summarischer Vermerk über Totaleinnahme und
Ausgabe wie über das Vorhandensein etwaiger Ueberschüsse oder
Fehlbeträge, von denen in unserer Periode die ersteren die Pegel
bildeten. So stellt auch unser Tresslerbuch keineswegs das Muster
eines korrekt geführten Hauptbuches dar, wie es heute von jedem
Geschäftsmanne und Kassenbeamten verlangt wird. Es finden sich
nicht blos — wie gleich auf dem ersten Blatte — kleine oder
grössere Additionsfehler, es sind vielmehr nicht einmal alle Posten
gebucht worden, wie häufig die Schlussabrechnungen, insbesondere
bei der Einnahme, beweisen, da hier die Totalsummen oft durchaus
des für alle derartigen Interessen schnell gewonnenen Ober-Präsidenten
der Provinz Westpreussen, Herrn Staatsministers von Gossler
Excellenz, der mit weitem Blicke und offener Hand allezeit Künste
und Wissenschaften zu fördern bereit ist. Dessen Bemühungen war
es bald zu danken, dass „der Verein für die Herstellung und Aus-
schmückung der Marienburg" eine ansehnliche Geldsumme für die
Drucklegung des Tresslerbuches bereit stellte, wofür Seiner Excellenz
und dem Vereine hiermit der geziemende Dank abgestattet sei. Auch
gebührt nicht geringer Dank den hohen Vorgesetzten des Staats-
archivs, dem Ober - Präsidenten der Provinz Ostpreussen, Herrn
Grafen zu Bismarck Excellenz und dem Direktor der könig-
lichen Staatsarchive, Herrn Professor Dr. Koser, ohne
deren Genehmigung die Publikation nicht hätte erfolgen können.
Das Tresslerbuch ist nichts anderes als das Hauptbuch über
Einnahme und Ausgabe der Ordensstaatskasse, geführt von dem Tressler
oder Ordensschatzmeister bezw. von dessen hiermit beauftragtem
Schreiber in den Jahren 1399—1409. Weder aus den Zeiten vorher noch
aus den späteren hat sich etwas Aehnliches erhalten. Ja, es dürfte zweifel-
haft sein, ob ähnliche Aufzeichnungen früher oder später, als in dem
erwähnten Zeiträume, geführt worden sind. Mit der Kassenbuchführung
ward es beim Deutschen Orden nach unsern heutigen Begriffen nicht
allzu peinlich gehalten. Gebot doch die Ordensregel strenge Geheim-
haltung in Kassensachen, wodurch in den massgebenden Kreisen leicht
das Gefühl der Unverantwortlichkeit und damit eine sorglosere Kassen-
führung entstehen konnte. Die Generalabrechnungen zwischen Tressler
und Grosskomthur, welch letzterer die Kontrole über das Tresselamt
hatte, fanden in mündlicher Verhandlung statt und es wurden wohl
nachher die Aufstellungen (Zettel) der einzelnen Finanzorgane sowie
die Beläge, insofern solche überhaupt beigebracht worden sind, ver-
nichtet; am Schlüsse der Jahresabrechnung, die um Weihnachten
stattfand, genügte ein summarischer Vermerk über Totaleinnahme und
Ausgabe wie über das Vorhandensein etwaiger Ueberschüsse oder
Fehlbeträge, von denen in unserer Periode die ersteren die Pegel
bildeten. So stellt auch unser Tresslerbuch keineswegs das Muster
eines korrekt geführten Hauptbuches dar, wie es heute von jedem
Geschäftsmanne und Kassenbeamten verlangt wird. Es finden sich
nicht blos — wie gleich auf dem ersten Blatte — kleine oder
grössere Additionsfehler, es sind vielmehr nicht einmal alle Posten
gebucht worden, wie häufig die Schlussabrechnungen, insbesondere
bei der Einnahme, beweisen, da hier die Totalsummen oft durchaus



