Journal für die Baukunst: in zwanglosen Heften — 3.1830

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2. Dietlein, Vorlesungen über Strafsen- Brücken- 7/rtcZ TVasSer^Bau. 33

2.

Grundzüge der Vorlesungen in der Königl. Bau-Academie
zu Berlin über Strafsen- Brücken- Schleusen -
Canal- Strom- Deich- und Hafen-Bau.

(Vom Herrn Dr. Dietlein.)

Erster Abschnitt.

Von den Kunststrafse n,

1. Eine Kunststrafse bauen, lieifst: einem Wege eine solche Gestalt und
Beschaffenheit geben, dafs darauf zu jeder Zeit jede Art von Fuhrwerk
mit völliger Sicherheit und möglichster Bequemlichkeit fortbewegt werden
kann, und Reitern und Fufsgiingern dieselben Vortheile gewährt werden.

2. Um diese Zwecke zu erreichen ist nöthig:

Ä) Dafs die Oberfläche der Kunststrafse überall so hoch liege, dafs
sie, selbst bei den höchsten bekannten Anschwellungen der in ihrer Nähe
befindlichen fliefsenden oder stillstehenden Gewässer, nicht überschwemmt
werden könne. (Dafs hiervon mitunter, hauptsächlich der Kosten wegen,
Ausnahmen gemacht worden sind und gemacht werden müssen, thut der
Allgemeinheit der Regel keinen Eintrag.)

B) Dafs das Wasser, welches aus der Atmosphäre auf die Kunststra-
fse niedergeschlagen wird, möglichst bald von derselben abgeführt werde.

C) Dafs die Oberfläche der Kunststrafse, auch nach der Länge, an
keiner Stelle eine so grofse Neigung gegen die wagerechte Ebene habe,
dafs bergauf Vorspann, imd bergab Hemmung nöthig wäre.

D) Dafs die Länge der Strafse zwischen zwei gegebenen Puncten
(beziehungsweise) möglich-gering sei.

E) Dafs die Baustoffe, aus welchen die Oberfläche der Strafse ge-
bildet wird, der zerstörenden Wirkung der Räder der Fuhrwerke so lange
als möglich widerstehen, und eine möglichst geringe wälzende Reibung
verursachen, während die Stellen, welche von den Hufen des Zugviehes
berührt werden, nicht so glatt sein dürfen, dafs es leicht ausgleiten könnte.

Crelle’* Journal d. Baukunst. 3. Bd, 1, FliC £ 5 J
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