Journal für die Baukunst: in zwanglosen Heften — 13.1839

Page: 108
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108 4. Ile in hold, über Deiche, Syhtef Schleusen und Schöpf m Uhlen,
auch des Staatsdienstes und des Besten der Staatsbürger wegen etwas
Nützliches und Gutes, wenn man die Erfahrungen Anderer benutzt und
die seinigen dagegen wieder Öffentlich mittheilt, die sonst in der Regel in
den Privat-Papieren begraben bleiben und zuletzt verloren gehen.
Wiewohl ich mm die Mängel und Unvollkommenheiten meiner vorlie-
genden Arbeit, zu deren Entwurf mir wegen überhäufter Dienstgeschäfte seit
einer Reihe von Jahren nur wenige Wintermonate übrig blieben, selbst sehr
wohl einsehe, so hoffe ich doch, dafs sie von dem geneigten Leser nach-
sichtig werde beurtheilt werden, besonders da ich weder die Absicht noch
die Zeit hatte, ein s)^stematisch geordnetes Werk über die Wasserbaukunst,
sondern nur practische, aus der Erfahrung entnommene Beispiele dazu
zu liefern; was hier geschieht. Auch dadurch gewinnt die Kunst in
practischer, so wie die Bau-Wissenschaft in theoretischer Hinsicht und
vorzüglich der Staatsdienst zum Besten der Landesbewohner und des
Staates. Einer der gröbsten Hydrotekten Deutschlands ist vor schon
lange hierin mit einem guten Beispiele vorangegangen und hat die Wasser-
baumeister zur Befolgung desselben ehrenvoll eingeladen. „Ein Wasser-
„baumeister” — sagt Eytelwein in seiner practischen Anweisung zurCon-
struction der Faschinenwerke — „ist einem wohlthätigen Mensehen-
„ freunde gleich, der nur im Stillen Gutes ausübt, weil seine Werke durch
„äufseres Ansehen nicht in die Augen fallen können, sondern im Wasser
„verborgen bleiben und man nur selten aus dem vorhergehenden, öfters
,,unbekannten Zustande, von ihren nützlichen Wirkungen und Folgen, von
„der Mühe und beschwerlichen Arbeit ihres Urhebers, von seinen Sorgen
„und Lebensgefahren beim Eisgänge, anwachsenden W'asser, Sturm und
„Unwetter urtheilen, noch ihnen solche als Verdienst anrechnen kann.55
„Es ist daher Wohl zu wünschen, dafs dergleichen Männer an meh-
„rern Belohnungen und Vorzügen Antheil erhielten und zur Mittheilung
„ihrer mühsam erworbenen Erfahrungen ermuntert würden, wodurch in
„einem Lande, dessen innerer Verkehr, dessen Handel, Cultur und Wohl-
stand von so vielen wichtigen Strömen und Canälen abhängig ist, ein
„wesentlicherNutzen gestiftet und zugleich eine gewisse, bisher noch sehr
„vermifste Uebereinstimmung in der Bauart erhalten werden könnte.”
Solchen Einladungen folgend, haben sich denn auch in der neuern
Zeit wissenschaftliche Institute unter der Leitung gelehrter und practisch
erfahrener Männer in Deutschland, wie im Auslande, gebildet, welche die
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