Journal für die Baukunst: in zwanglosen Heften — 30.1851

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9.
Über eiserne Stromfahrzeuge für seichte Gewässer:
nebst Verschiedenem, die Schiffahrt auf der Ems
und der Lippe Betreffendem.
(Vort Herrn Dr. Königlich-Hannoverschem Wasserbau-tnspector
zu Leer in Ostfriesland.)

V o r w o r t.

t)ie hier vorliegende Schrift hat den Zweck, anzudeuten, wie durch
möglichst wenig tief gehende, aus Eisen erbaute Fahrzeuge die Schiffahrt auf
Strömen, Nebenfiüssen und Canäien auch dann noch möglich zu machen sei,
wann die Gewässer, entweder in dürren Sommern, oder auch stets, einen so
niedrigen Wasserstand haben, dafs sie von Fahrzeugen aus Holz und namentlich
ganz aus Eichenholz, wie sie im nordwestlichen Deutschland und besonders
an den Nordseehüsten üblich sind, bei 12 bis 24 Zoll Wassertiefe nicht mehr
mit voller, sondern nur mit theilweiser, geringerer Ladung befahren werden
können. An solchen Gewässern hören dann die vom Schilfahrts- und Handels-
verkehr herrührenden Erwerbszweige zeit- und theilweise, eben wie im Winter
beim Frostwetter, leider auch im Sommer, bei offenem Wasser und hinreichen-
der Wärme, einige Monate lang auf; was sonst nicht der Fall sein würde.
Es ist ein bekannter Erfahrungssatz, dafs, aus Holz und namentlich
aus dem Eichenholze von Westphalen und dem nordwestlichen Deutschland er-
baute Strom- und Seefahrzeuge, welche die gleiche Länge, Weite, Tiefe,
Ladungsräume und Tragfähigkeit haben wie eiserne Fahrzeuge, beinahe um
die Hälfte, wenigstens um ein Drittel tiefer ins Wasser gehen, als die eisernen.
Der Verfasser hat dies in dem vorliegenden Aufsatz aus glaubwürdigen Schriften
durch viele Beispiele von Dampfbooten auf den deutschen Strömen nachge-
wiesen und durch Berechnung gleich grofser Strom- und Flufsfahrzeuge aus
Eichenholz und aus Eisen, von 12 bis 24 Zoll Einsenkung, bewährt gefunden.
Auch ist eines Beispiels in dieser Schrift gedacht, wo noch von etwa
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