Jugend: Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben — 1.1896, Band 1 (Nr. 1-26)

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Nr. 1 und 2

JUGEND

1896

Die Preisausschreiben der

--——--

„J ugend“.

IN der Absicht, unsern künf-
tigen Lesern und Abonnenten
künstlerische Anregungen in
neuer Form zu bieten, und
zugleich unsere Bestrebungen zur För-
derung der modernen Kunst in einer
nützlichen und fruchtbaren Weise zu
bethätigen, hat sich der Verlag der
„Jugend“ entschlossen , eine Reihe
künstlerischer Wettbewerbe zu eröffnen,
die sich nach und nach auf alle erdenk-
lichen Kunstgebiete erstrecken sollen.
Wir hoffen, dadurch zahlreiche jüngere
Kräfte zu selbstständigem, erfinder-
ischem Schaffen anzuregen, und schicken
voraus, dass bei den Entscheidungen
unseres Preisgerichts immer von rein
künstlerischen Gesichtspunkten aus ge-
urtheilt werden soll.

Unsere ersten Preisausschreiben
umfassen folgende Themen:

I. Entwürfe für Titelblätter
der Zeitschrift „Jugend“.

II. Entwürfe für Menukarten.

III. Politische Caricaturen.

Wettbewerb I.

Entwürfe für unsere Titelblätter.

Jede Nummer erscheint mit neuem
Titelblatt.

Die Entwürfe sollen einfarbig oder
in mehreren Tönen, jedoch so ausge-
führt sein, dass sie auf autotypischem
oder zinkographischem Wege mit 2,
höchstens z Platten reproduzirt werden
können. Die Titelbilder erhalten eine
Höhe von 28, eine Breite von 20 cm,
die Entwürfe sollen im Formate nicht
mehr als das Doppelte dieser Grösse
betragen. Ausgeschlossen ist jede An-
lehnung an einen bestimmten alten Stil.
Dem Inhalte nach sollen sich die Zeich-
nungen im weitesten Sinne irgendwie auf
den Begriff „Jugend“, wie ihn unser Pro-
spekt darstellt, beziehen. Es können also
z. B. die Bilder Bezug haben auf: Früh-
ling, Liebe, Kindheit, Brautzeit, Mutter-
glück, Spiel, Mummenschanz, Sport,
Schönheit, Poesie, Musik u. s. w. Fol-
gende Preise sind ausgesetzt:

I. Preis 200 Mark

II. „ 150 „

2 Preise ä 100 Mark.

IV. Carneval-Plakate.

An den Concurrenzen kann sich
jeder deutsche Künstler betheiligen,
und zwar Jeder an jeder einzelnen
Concurrenz mit mehreren Entwürfen.

Die eingereichten Arbeiten müssen
in ihrer Art soweit fertig sein, dass
direkt nach ihnen gearbeitet werden
kann. Jede Einsendung ist mit einem
Motto zu versehen, Name und genaue
Adresse des Künstlers in einem mit
dem Motto bezeichnten verschlossenen
Couvert anzugeben. Bei Sendungen,
die von auswärts kommen, darf der
Name auch nicht auf der Post-Paket-
Adresse ersichtlich sein. Die Arbeiten
sollen nicht in Rollen, sondern zwischen
Pappetafeln eingeschickt werden.

Einlieferungs • Termine: Für

Wettbewerb I: i5-Januar *896, II:
8. Januar 1896, III: 8. Januar 1896, IV:
15.Januar 1896.

Die prämiirten oder angekauften
Entwürfe gehen mit sämmtlichen Rech-
ten in den unbeschränkten Besitz des
Verlages der „Jugend“ über.

$

Der Verlag der „Jugend“ behält
sich vor, weitere Entwürfe ä 5° Mark
anzukaufen und als Titelzeichnungen
zu verwerthen, oder sie in verkleinerter
Nachbildung gegen Honorar in dieser
Zeitschrift zum Abdruck zu bringen.

7)?

Wettbewerb II.

Entwürfe für Menukarten.

Die Karten müssen in einer Farbe
herstellbar, eventuell so gezeichnet sein,
dass sie ein- oder mehrfarbig gedruckt
werden können. Höhe der Zeichnung
nicht über 40 cm. Ausgeschlossen ist
auch hier jede Anlehnung an einen
bestimmten alten Stil. Die Preise be-
tragen :

I. Preis 80 Mark

II. „ 60 „

III. „ 40 „

Der Verlag der „Jugend“ behält
sich vor, weitere Entwürfe zu je 20 Mk.
anzukaufen oder sie in verkleinerter
Nachbildung in der „Jugend“ wieder-
zugeben.

Wettbewerb III.

Politische Caricaturen.

Grösse der Zeichnung nicht über
40 cm. Einfarbig, im Verhältniss des
Formates dieser Zeitschrift ausgeführte
Zeichnungen in Strichmanier, welche
die Herstellung zinkographischer Cli-
che’s ermöglicht.

Das Thema ist irgend einem po-
litischen Vorgang der jüngsten Zeit zu
entnehmen oder soll doch eine die
Gegenwart bewegende politische oder
soziale Frage in einer Weise behandeln,
welche eine Veröffentlichung der Zeich-
nung in unserem Blatte möglich er-
scheinen lässt. Die Caricaturen müssen
im Allgemeinen im Sinne einer freien
Weltanschauung und deutsch-nationalen
Gesinnung gehalten sein, sollen sich
aber nicht mit speziellen Parteiange-
legenheiten befassen. Bei der Beurtheil-
ung kommt die Handhabung einer ori-
ginellen und charakteristischen Zeichen-
technik wesentlich mit in Betracht und
den Einsendern nach dieser Richtung
ausgezeichneter Arbeiten steht fort-
dauernde Mitarbeiterschaft in Aussicht.

I. Preis 80 Mark
II. „ 60 „

III- „ 40 „

Den Ankauf weiterer Arbeiten be-
hält sich der Verlag der „Jugend“ vor.

7&

Wettbewerb IV.

Carneval-Plakate.

Höhe der Zeichnung nicht über
80 cmtr. Mehrfarbig oder einfarbig;
jedenfalls nicht über vier Farben. Die
Entwürfe sollen sich auf irgend welche
carnevalistische Veranstaltung, Masken-
zug, Maskenball, Narrenversammlung
beziehen und zinkographisch im Kleinen
reproduzirbar, aber auch im Grossen
in anderem Verfahren auszuführen, flott,
aber decent genug für öffentliche Ver-
wendung sein.

>1. Preis 120 Mark

II. „ 80 „

III. » 5o „

Der Ankauf weiterer Arbeiten Vor-
behalten.

Heran« K n HIRTH- verantwortlicher Redakteur: F. VON OSTIN1; verantwortlich für den Inserat entheil: G EICHMANN; G. HIRTH’s Kunstverlag; sämmtlicb in

Herausgeber: Dr. GEORG HIRTH, verantwortllcne^^^ Druck von KNORR & HIRTH, Ges. m. heschr. Hftg. in München.
[nicht signierter Beitrag]: Preisausschreiben
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