Jugend: Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben — 7.1902, Band 1 (Nr. 1-26)

Page: 288
DOI issue: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/jugend1902_1/0292
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
JUGEND

Die ITlufe der bildenden Künste ift ein fchillerndes Weib, das lieh
dem einen als Itrenge, keusche Wächterin edelster Menschliäikeit, dem
anderen als treulose Verführerin zu finnlos-finnlichen Schwelgereien offenbart.
Sie hat auch Kostgänger, welche grade diele ihre Doppelnatur lieben und mit
der Schillernden frohgemuth auf allen Pfaden der Cugend und des hafters
wandeln, — die ihrer Minne Sold heut in der Entsagung Seligkeiten, und
morgen in berauschenden Senüffen finden. Wenn ich Dir rathen darf: verwahre
alles, was die Creulofe Dir geschenkt, in der Erinnerung leicht gewebten
Schleiern, doch Dein deutsches ßerz — das gieb der üreuen!

„Wege zur Kunlt“ fieorg Birth

P. Haustein
Paul Haustein: Ornamentrahmen zum Text "Wege zur Kunst"
Georg Hirth: Wege zur Kunst
loading ...