Jugend: Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben — 13.1908, Band 1 (Nr. 1-27)

Seite: 538b
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Warnung vor Italien

(Von einem sächsischen Patrioten)

Kernt’ Sie das Land, wo Abbelsinen wachsen,
(Mer gricht se ooch nich billjer als in Sachsen)
litt im Gebische Reiwerflinden knacksen?

Kenn' Sie das Land, wo ins Museum keene
Anständje Frau sich wagen kann alleene,
von wegen.. uce, 's is wirklich nich mehr scheene!

wie alwern nach de Alderdhiemer gehn Se,

Kabudde Käbbe, halwe Beene sehn Se,

Das reenste Gänsekleen — un nischt verschtehn Se

Das Koleffeum is ja ungeheier,

Doch weider nischt wie bräckliches Gemeier,

In der Sebaste^) brächt es kaum änn Dreierl

De Kudscher knall'n droff los un rufen „heeh" nich,
De Geistlichkeet is beese mit den Keenig,

Un ooch der Dialekt is ieweldeenig.

Mit Mausediewen machen Se Bekanntschaft,
Mit Rinaldinis leiwlicher Verwandtschaft,
Un der Vesuv bespeit de ganse Landschaft.

Am Kräder ohm verkohlt mer sich de Stiewel,
Nach Knobloch riecht Sie's iewerall un Zwiewel,
Un in den Kirchen wird's een' richtig iewel.

Da low' ich mer mei dreies Sachfenländchen,

Das Ham de Bolezeier hibsch am Bändchen,

Da bringt mer keener nachts ä dummes

SchtändchenI

An Zuckerbier kann sich de Kehle fädd'jen,

Nach keenem Knobloch riecht mei gutes Jeddchen
Un reeulich sin de Beddchen tut Serwieddchen.

Ooch Hain mer hier de wunderscheenste Gegend
De Birjer für gemiedlich un vermeegend,

Un freindlich scheint de Sonne, wenn's nich regent.

Mer lähm ja reene wie im Baradiese,

Ooch richt'ge Drauwetr Ham mer, scheene sieße,
Un keene schiefen Dirme wie in pise.

Un woll'n Se wirklich heier noch verreisen
In jenes Land, so beese fast wie Breißen —
Kudschiern Se zu! Ich bleiw' derheem

in Meißen«
Reinhard Volker

Auch eine „Unschuld" vom Lande

G. Hertting

*) Subhastation.

Bibelkunde

„Nähind euch den Lämmel zum Vorbild, — der kann
de zwelfglemen Br-feeden sogar rickwärts hersagen I"

Eine junge vornehme Dame vom Lande aus
„frommem" Geschlechte hatte eitte leidenschaftliche
Neigung für die „Gutsverwaltung". So oft anch
der jeweilige Inhaber des Amtes verschwinden
mußte, sie-blieb dem Amte treu. Schließlich aber
nahte das Verhängnis, sie fühlte sich — sie wußte
nicht wie, und zog daher den alteit erfahrenen
Hausarzt zu Rate. Nach sorgfältiger Untersuchung
stellte dieser fest und gab ihr zu wissen, daß ihr
demnächst das Glück zu teil werde, dem Zentrum
einen neuen Wähler zu bescheren.

Mehr erstaunt als erschrocken brach sie in die
denkwürdigen Worte aus: „Ach, t?eu Doktor,
ich dachte, ohne den Segen der Kirche wäre so
etwas nicht möglich 1"

So geschehen in einem sehr schwarzen Win-
kel einer sehr schwarzen Gegend unseres lieben
Deutschlands.

& Sohn A.-G.

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Reinhard Volker: Warnung vor Italien
Georg Hertting: Bibelkunde
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