Jugend: Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben — 16.1911, Band 2 (Nr. 27-52)

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Verfolgte dntcbald Gg. Ganss

„Ob wohl die Tugend siegen wird?"

TVieland, der Schmied seines Glücks

Der Dr. theol. Franz Wieland ist seines
Postens als Subregens des bischöflichen Klerikal-
seminars in Dillingen enthoben worden, weil
er den Antimodernisteneid nicht geleistet Hab
Jetzt übt er die Seelsorge nicht aus. Nun
wurde ihm durch ein Dekret des Heiligen Offi-
ziums in Rom zur Leistung des Eides eine
Frist bei Vermeidung der Suspension gesetzt;
wird die Suspension ausgesprochen, so hat sie
nach Ablauf eines Jahres von selbst die Ex-
kommunikation zur Folge. Wieland beruft sich
dem gegenüber darauf, daß solchen Geistlichen,
die die Seelsorge nicht ausüben, der Eid er-
lassen sei und daß gegen andere Geistliche, die
die Leistung des Eides verweigert haben, nicht
eingeschritten worden sei.

Die Frechheit des p. Wieland übersteigt alle
Grenzen. Maßt sich dieser Mensch etwa das
Recht an, selbst entscheiden zu wollen, was er
mit gutem Gewissen beschwören kann und was
nicht? Was prahlt der Mensch mit seinem
lumpigen Gewissen? Er ist ein aufgeblasener
Gewissensprotz. — Und was will er mit dem
Hinweis darauf, daß anderen Klerikern der
Eid erlassen sei? Meint er etwa, der Heilige
Vater sei geistig so arm, daß er nur über ein
einziges Maß verfüge, mit dem er alle
Menschen messen müsse?

Es gibt nur zwei Stellen in der Welt, die
zu befehlen haben, was der Mensch zu glauben
und schwören hat: das ist für die katholische
Welt der Heilige Vater und für die prote-
stantische Welt das Kommando des König-
lich Preußischen Gar de-Grenadier-Regi-
ments Nr. 3 (Königin Elisabeth).

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Frido: Wieland, der Schmied seines Glücks
Georg Ganss: Verfolgte Unschuld
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