Jugend: Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben — 16.1911, Band 2 (Nr. 27-52)

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So

rcirnerfrische

Leo Putz (München)

Ahnten, blauen Klecks trug sie tu der Mitte,
Qls wäre ein dicker Pinsel daraus geschleudert
worden.

Sie setzte sich und faltete die Hände. Dachte
an das Bild, das ihr der Karl Wiudiuger malen
wurde, und freute sich, daß der junge Mann,
ver bis jetzt wenig besondere Fähigkeiten aus-

zuweisen gehabt hatte, nun doch in etwas einen
rechten Halt und Standpunkt gefunden.

Dann kam er. Er bat um Entschuldigung,
er war erhitzt und küßte sie. Und fiel auf die
Kuiee und brach in Tränen aus. Sie mache
ihn unglücklich, sie treibe ihn in die Arme ge-
wissenloser Frauenzimmer.

Sie erschrak und schloß die Augen. Der
blaue Klecks auf der Leinwand begann grün-
lich zu schimmern wie schlammiges Wasser. —
Bald darauf verließ sie ihr Bureau und
besuchte eine Schauspielschule. Der reiche Karl
Wiudiuger ließ sie ausbilden. Mutter wollte
zwar im Anfang nichts davon wissen, aber da
Leo Putz: Sommerfrische
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