Jugend: Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben — 16.1911, Band 2 (Nr. 27-52)

Page: 1150
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Wahre Mandvergeschichcc»

Ls war ein heißer Manövertag, unter
dem alle Truppen, besonders die Feld-
artillerie infolge des Staubes auf der
Marschstraße sehr zu leiden hatten.

Leutselig reitet Se. Durchlaucht Prinz X.

— der die Manöver leitete — au die Leute
heran und muntert sie durch gütige Morte
auf. So fragt er auch einen biederen
Fahrer der Feldartillerie — es war der
Stangenreiter —

„Nun, wo warst Du heute einquartiert,
mein Sohn?"

„In Walkersdorf, Herr General," war
die prompte Antwort.

Da reitet der Prinz zwei Schritte weiter
und frägt den Vorderreiter des gleichen
Geschützes:

„Und wie hieß Dein letztes (pnartier,
mein Sohn?"

(Für Laien fei bemerkt, daß die Mann-
schaften des gleichen Geschützes grundsätz-
lich im gleichen tpuartier untergebracht
werden müssen.)

Ls war Manöverpause. Die Zeit wurde
zur Befehlsausgabe ausgenützt, da die Ge-
fechtshandlung ihren kriegsmäßigen Fort-
gang nehmen sollte.

Die Befehle der Division waren im Stabe
mitgeschrieben worden und wurden nun an
die Befehlsempfänger verteilt. Jener für
die Luftschifferabteilung wurde als letzter
einem biederen Ulanen eingehändigt.

Der Generalstabsoffizier übergab den-
selben mit den Worten: „Diesen Befehl
überbringen Sie der Luftschifferabteilung;

Sie können nicht fehlreiten, denn dort über
dem Kirchturm weg, sehen Sie ja den
Ballon."

Jedoch anstatt wegzureiten, schaut der Ulan
ängstlich zum Fesselballon, und von dort wieder
zu seinem Auftraggeber. Er dreht die Melde-
karte verlegen in der Hand herum, Schweißtropfen

Sin fachmann H- Bing

„Dös IS doch wunderbar, wia der Rapcllmoasta dös
,piano* rausbringt."

„Ja inet, dös trag i ganz alloan raus!"

Liebe Jugend!

Zwei Freunde haben sich versprochen,
daß, wer von ihnen zuerst stirbt, dem an-
deru noch in selbiger Nacht erscheinen soll.
Der Acltere erkrankt. Schnell reist der
Jüngere zu ihm, als er cs hört, kann aber
nur an sein Sterbebett treten. Der Ster-
bende verspricht ihm nochmal, daß er ihm
erscheinen werde, dann schließt er die Augen
auf immer.

Der Andere geht in sein Hotel. Auf-
geregt wandelt er von ;o — \2 Uhr Nachts
in seinem Zimmer auf und nieder. Tr
erwartet den Geist seines Freundes. Da
schlägt es zwölf, und im selben Augenblick
klopft es. Er hat die Tür nicht verschlossen.
Sie öffnet sich. Tine weiße Gestalt er-
scheint und sagt: „hären Se, mei Autester,
da gan kci Mensch bei schlafen, wenn Sc
ihm immer so aufm Gopp hin un her
drambeln."

*

Kindermund

Der kleine Haus wird vom Fräulein
zu Bett gebracht. Beim üblichen Nacht-
gcbet vergißt er das Ave Maria. Das
fromme Fräulein fühlt sich gemüßigt, ihn
zur Rede zu stellen.

„Aber Hänschen, wenn Du nicht zur
lieben Himmelsmama beten wirst, wird
sie auch einst nicht für Dich fürsprechen,
wenn Du vor Gottes Thron stehen wirst."

Da frägt Hänschen ganz verwundert:
„Gibt es denn im Himmel auch Pro-
tektion ?"

*

stehlen sich unter seinem Helm hervor. Da fährt
ihn der Major an: „Nun, wird's bald?"

Doch treuherzig erwidert der gute Reiter:
„Entschuldigen der Herr Major, wie komme ich
denn da hinauf?"

I)umor des Huslandes

Mickriger Unterschied

„Ich habe Sie gestern gesehen. Sie hatten
einen Herrn bei sich, einen Freund vermutlich?"
„Das ist kein Freund, das ist mein Manu!"

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Hei etwaigen liestcllungen bittet man auf <lie Münchner ,,JUfciKXl)-1 liezug zu nehmen.

11 so
[nicht signierter Beitrag]: Kindermund
[nicht signierter Beitrag]: Humor des Auslandes
[nicht signierter Beitrag]: Liebe Jugend!
Henry Bing: Ein Fachmann
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