Jugend: Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben — 17.1912, Band 1 (Nr. 1-26)

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Albert Weisgerber

3 hab’ eabm d’ Mürsdit jablt, und mit ihr gebt er jum fotografier’n, der Cump!

*,nb so viel G'müat hat's, sag'» die Herrn,
Mit dene s' geht. . . fo ham sie s' gern!

Cafe Luitpold tuat's servier» —

°m Sasching net, da geht's schbaziern!

san die Schlegelbacherisch'n —

^ Traurigkeit Kanus net dawisch'n —

,lb oufdrah'n tuans, weil s' s' Leben so g'freut,

Diannsleut, wia die Weiberleut'.

Winter, bal der Fasching kimmt —

hingehst, oans triffst ganz beschtimmt
on dene Sechse, kreuzfidel:

0^ ilmd nur auf die nobel» Ball',

Wos's g'wappelt hergeht, hast koa Glück —
Die ham's Dir glei fcho so viel dick!

Die Alten san a oanzig's Mal
Als Maschkera am Armaball.

Dös war a Fall, a schwieringer:

Kostim Ham s' ghabt von, Diringer —

Er is als Bazidrizier ganga,

Als alter, nnt an Rock, an langa,

An Ritterschwert und Schuach mit Schlitz
Und mit an Endstrumm Meerschaumschbitz
Und sie als Burgfrau mit der Schleppen —
Wia's kemma san, Ham s' glacht, die Deppen:
„Ah die schaugt's an, die Zwoa — die schbinna!"

Kaum san's no recht im Tanzsaal drinna,
Schreit scho a Komitsmitglicd,

Dös wo den Maxl dampfen sieht:

„Das Rauchen ist hier untersagt."

„Halt's Maul, Di hab' i gar net g'fragt!"
Sagt unser Kraftmensch. „Dös is lachbar!
Fetz' druck Di aber g'schwind, Herr Nachbar
Der Komitömensch laßt net luck
Und schinipft: der Maxel der schimpft z'ruck
Bei so was raucht der Aiax koan Guat'n
Der noble Herr kriagt Ras'nbluat'n;

D' Leut inach'n glei an Mordsschbektakel
Und Dana sagt was von an Lackel —
Albert Weisgerber: I hab eahm d'Würst zahlt
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