Jugend: Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben — 17.1912, Band 1 (Nr. 1-26)

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II. Bing

PbiloTopbie


„Da glaub’n viele Leut, dös BierTanfen war To einfach — wenn nix dabei war,
mScbt a jeder allerweil b’fuffa Teil"

Wahlfreiheit

I. Friesische Wahlballade

Motto: Lala fi'ya fresena!
(Ich bin ein freier Friese!)

Das war Herr Matzen auf Husum,
Der stieß als Wahlvorsteher
Das Wahlrecht mit dem Fuß um,

Als ob's ein Nachttopf war'.

Er machte schlimme Faxen
Und kniff 'nen Umschlag eins
Da sprach der Lehrer Backsen:

Sie, lassen Sie das sein!

Hier ist's wie nachts bei Katzen:

Sie gelten alle grau —

Nicht kontrollieren, Matzen,

Ob rot, ob schwarz und blau! . ..

Herr Matzen ging auf Husum
Nun, wenn Herr Backsen kam,

Meist stumm und ohne Gruß um —
Weil er's ihm übel nahm.

Doch noch zu schlimmern Knacksen
Gedieh der Zwischenspalt,

Zndeni daß man Herrn Backsen
Beschränkte im Gehalt.

Man jug ihn ohne Kündung
Von wo er Buch geführt,

Und sagte zur Begründung:

Er hätte kritisiert. —

Herr M., ist Ihnen diese
Erwägung nicht fatal:

Das tat ein freier Friese
Bei einer freien Wahl!?

Eff

Sirolm ■ Roche.

hat sich tausendfach bewährt bei

Lungenkatarrh,

Frischen und verschleppten

Husten »Keuchhusten nach

m

Appetitanregend,

lungenstärkend

sch^t SirolinßocHE

gegen Tuberkulose

,

Ifei ctwaigeu .Bestellungen bittet man auf die Münchner „JltiEXl)*' Bezug zu nehmen.

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Eff Ess: Wahlfreiheit: I. Friesische Wahlballade
Henry Bing: Philosophie
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