Jugend: Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben — 17.1912, Band 2 (Nr. 27-52)

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ki'mmts ,Soll dees vielleicht a Schwanunerling
fei ?4 wern s' 'n fragn."

„Vielleicht macht er noh an Haxn dazua?
An Stuhl mit zwoa Haxn hat aa net a jeder.
Da sitzst dih nauf und pumps. .

„Punlpspatsch, haut's dih schoh abi."

„Ih taat mih net naufsitzn. Unter drei Füaß
sitzt sih net amal a Schuasta nauf, mei liaber,
da kennst dee Schuaster schlecht! Waas? daat er
sagn, zwoa Haxn? Steigt's mir an Buckl nauf
mit enkere zwoa Haxn!"

„Ih setzat mih net amal auf an Schuastastuhl.
Vier Haxn hat ja scho n Kamel!"

„A Kamel is aber a koa Tausendfüaßler net.
Du, so a Tausendfüaßler, der hat dir so etliche
Haxn! Der wann 's Podagra bringt!"

„Aba a Stuhl bringt koa Podagra net. Und
a Stuhl hat aa könne tausnd Füaß. A Stuhl
kann höchstens vier Füaß ham — fünfe waar's
allermeist."

„Fünfi?"

„Warum sollt n Stuhl koana fünf Füaß net
Ham? Wanns Raffa ogeht, bleibn eahm so wia
so nur mehr vier; oan werd ma in Dreiteiflsnam
doh noh rausreißn därfa!"

„Oan freili. Aber was hat mir denn beim
Sternecker der oane gholfa? Mei liaber, was
willst denn macha gegn an Waldlerkopf?"

„Aber sechsi san z'vül, sechs Haxn."

„Net wahr is's! Schlägst zwoa ab und der
Wirt nlerbt noh nix!"

„Sechsi san z'vül! sag ih. Kenunat der nüt
seine sechs Haxn daher — mir san doh net narrat
als wia du!"

„Was bin ih? Narrat bin ih? . .

Sieh: es sollten doch sechs Füße an jedem
Stuhl sein; Pongratz, der Pflasterer, konsumierte
allein ihrer drei zur Brotzeit und verwandelte
am blauen Montag im Bayerischen Löwen einen
schönen Stuhl in einen Einbeinhocker.

Liebe Jugend!

Ein Engländer und ein Deutscher stritten sich
über die landesübliche Art des Faustkampfes. Der
Engländer behauptete, daß das Boxen doch jeder
anderen Art eines Kampfes vorzuziehen sei, und
um sogleich den Beweis zu führen, versetzte er
dem Deutschen einige Boxerpüffe. Unser Lands-
mann, darüber aufgebracht, meinte, daß ein solcher
vorläufiger Beweis zu weit ginge, und versetzte
dein Engländer eine jener Maulschellen, die ihn
aus dem Gleichgewicht brachten. „Auch nicht übel!"

sagte der Engländer phlegnratisch.

*

Ein alter Schneidermeister, dem ein heiterer
und wohlwollender Sinn ein treuer Gefährte
blieb bis in sein tiefstes Alter, beschied zu sich
einen Notar, zur Niederschrift des letzten willens.
In demselben wurden alle die zahlreichen ver-
wandten, welche dem alten Meister nahestanden,
reichlich bedacht: der Eine erhielt 5000 Mark,
der Andere 3000, Keines aber unter jooo Mark.
Der Notar, welcher mit den eben nicht glän-
zenden Verhältnissen des alten Herrn ziemlich be-
kannt war, wunderte sich im Stillen über die
hohen Summen, schrieb aber doch, wenn auch
etwas ungläubig, alles sorgfältig nieder. Endlich
am Schluß erlaubte er sich die Bemerkung be-
scheiden auszusprechen, daß zu solchen Vermächt-
nissen doch wohl kein Geld vorhanden sein würde.
Freundlich erwiderte ihm darauf der alte Schneider-
meister: „Da Hamm Se gans Recht, mei lieber
Herre, awwer meine verwandten sehen doch da
wenigstens den guten willen." L.

Bei einem bekannten Mediziner, Professor 36.,
läutet zurzeit der Ordinationsstunden ein Herr
an, und es entspinnt sich mit dem die Türe
Öffnenden Mädchen folgendes Zwiegespräch:

„Bitte, Sie wünschen?"

„Nun, zum Herrn Professor möcht' ich in die
Ordination."

„Ja, bitte, sind Sie angemeldet? wenn nicht,
wird das so einfach nicht gehen, wollen Sie hier
in dem Buche Name und Adresse aufschreibett?
Es geht nach der Reihe und beiläufig in Tagen
erhalten Sie die Verständigung, wann Sie vor-
sprechen können."

„was? Erst in Tagen! Bis dahin bin
ich am End' schon tot!"

„Na," sagt lächelnd das Mädchen, „ausschauen
tun S' nicht darnach."

„Ja freilich," sagt der E?err ärgerlich, „im
G'sicht fehlt mir ja auch nix!"

*

Mein 2*/* jähriges Töchterlein steht neben mir.
Plötzlich höre ich einen etwas eigenartigen Ton.
Auf meine Frage: „was war denn das?" er-
tönt die Antwort: „Höst hat quiekt!"

4*

wir haben Familienzuwachs bekommen. Die
fünfjährige Ilse aus dem Nachbarhaus interessiert
sich lebhaft für den kleinen Erdenbürger und muß
ihn schon am ersten Tage sehen.

Nachdem sie den kleinen Bengel betrachtet hat,
fragt sie mit ernstem Gesicht: „Ist er denn nun
schon geboren?"

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z.: Liebe Jugend!
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