Jugend: Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben — 17.1912, Band 2 (Nr. 27-52)

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Nr. 36

JUGEND

1912

Erlebtes

Von Henry F. Urban

„Es ist schändlich, wie viel Alkohol noch immer getrunken
wird!" bemerkte der Abstinenzler laut zu seinem Gesinnungs-
genossen und sah sich entrüstet in dem Konzert-Lokal (mit
Bier und Zigarrenrauch) um.

„Za," erwiderte fröhlich ein dicker Alkoholiker neben ihm,
„und sehen Sie sich mal das Konzert-Programm an. Da
is der 4. Satz von der Haydnschen Sinfonie ein ,Adagio
spirituoso4!" Und er lachte alkoholhast teuflisch.

Zch war bei einem bekannten Kollegen, als das Mädchen
den Geldbriefträger meldete. Da sagte der bekannte Kollege
stirnrunzelnd: „Ach, schon wieder dieser lästige Mensch!"

II. Bing

Das Kapital

„paß auf, Rare, i hätt' a wunderbare Erpressung zu verkaufen!"

Der scharfe Rand des mächtigen Damenhutes hatte fort-
gesetzt versucht, dein dicken Herrn auf dem Rücksitz des
Straßenbahnwagens den Hals abzusägen. Schließlich fuhr
der Dicke wutschnaubend herum: „Himmelherrgottsakraiuent!"

— — und als sich ihm unter dem gefährlichen Hut ein
reizendes Mädchenangesicht zuwandte, fügte er lächelnd hinzu

— „is das wieder eine Fahrerei heute!"

Welches Briefpapier
ist meiner beruflichen, mei-
ner gesellschaftlichen Stellung
angemessen und für mich schicklich?

So und ähnlich werden Sie sich gewiß schon oft gefragt
haben, und sicher sind bei Ihnen im Zusammenhänge hier-
mit schon häufig Zweifel aufgetaucht, ob das im Lande!
so vielfach vorkommende Flitterwerk Ihrer würdig ist.
Sicher werden Sie sich schon häufig darüber geärgert
haben, daß die von Ihnen als Briefpapier bezogenen
geränderten, leinengepreßten und sonstwie „verzierten"
Briefpapiere das Schreiben der unbequemen Schreib-
fläche wegen so beschwerlich machen. Sicher werden Sie
es auch schon als lästig empfunden haben, daß Sie bei
jedem neuen Bedarf in Papier unter erheblichen Zeit-
opfern und vielen Umständlichkeiten das Papier immer
selbst auswählen müssen. Ihnen wird sicherlich hierbei
manchmal die Wahl zur Qual geworden sein, um so
mehr, als Sie ja gar kein Verlangen nach den vielen
Sorten, Farbennuancen, Formaten usw. haben.

Wünschen Sie sich mit Ihrem Briefpapier ernst,
gediegen, würdig zu geben, wünschen Sie, daß Ihr Brief-
papier bei allem schönen Aussehen auch ein bequemes

Schreiben ermöglicht, und
wünschen Sie endlich Ihren
Briespapierbezug rationell zu gestalten,
d. h. wünschen Sie Ihr Briefpapier ohne
lästiges Wählen und Aussuchen in einer bestimm-
ten Aufmachung, in einer sich stets gleichbleibenden Quali-
tät und vor allen Dingen zu einem Einheitspreise in jedem
guten Papiergeschäft erhalten zu können, so benutzen Sie
Onoma, das Briefpapier, wie es sein soll.

1. Im Aussehen und Format gediegen, würdig, durch
schlichte Einfachheit vornehm, keine törichte Mode-
spielerei.

2. In der Qualität hochfein und edel.

3. In der Zweckmäßigkeit der Schreibfläche bei gleich-
zeitigem schönen Aussehen unübertrefflich, wie ein-
gehende, langjährige Versuche der beteiligten Fach-
kreise übereinstimmend erwiesen haben. Beachten Sie
die sammetartige Weiche der Oberfläche.

4. Für jede normale Lanöschrift, ebenso wie für Schreib-
maschinenschrist passend.

5. Eigenartige, gesetzlich geschlitzte Aufmachung.

In jedem guten Geschäft erhältlich. Wo nicht,
wende man sich an Fabrik.

Onorna Papierwarenfabrik, Dresden-A. 1.

Bei etwaigen Bestellungen bittet man auf die Münchner „JUtJEMD“ Bezug zu nehmen.

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Henry F. Urban: Erlebtes
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