Jugend: Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben — 17.1912, Band 2 (Nr. 27-52)

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Bei den p0st.

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Gebet um einen katholischen Aaiser

vorgebetet von den

RedaKtionsmitgliedern des „Katholischen Deutschlands"

Unser Kaiser ist scharmant,

Aber ach, ein chchch Protestant. —

Dieses stimmt uns melancholisch:

Drum, 0 Gott, mach' ihn katholisch! Hallelujah!

Daß er an das Oberhaupt,

An das unfehlbare glaubt,

Beten täglich wir vorm Schlafe

Drei „Vat'runfer" und drei „Ave"! Hallelujah!

Doch der Glaube führt allein
Nicht ins Himmelreich hinein:

Unser Herz voll Sehnsucht flennt drum,

Daß er sich bekenn' zum Zentrum! Hallelujah!

Und daß er fürs Zentruin sich
Auch betät'ge äußerlich;

Doch bezieht sich die Verpflichtung

Nur auf unsre Kölner Richtung! Hallelujah!

Leistet er dann seiner Zeit
Noch den Modernisteneid,

Gott, wie wollen wir Dir danken

Und im Eifer nimmer wanken! Hallelujah!

Betet Kinderchen! Vielleicht
Heißt es bald: „Es ist erreicht!"

Denn es ist zurzeit auf Erden

So schon zum Katholischwerden! Hallelujah!

Beda

Daher also!

Der englische Gelehrte Sir James Critchton-
Brown hat die wissenschaftliche Ursache der weib-
lichen Schwatzhaftigkeit entdeckt: Die Frauen sind
schwatzhafter, weil ihrem Gehirn der größte Teil
des Arterienblutes vom Nacken aus zuströmt,

während beim männlichen Gehirn die reichste Blut-
quelle von der Stirn aus eindringt. Da die hintere
Partie des Gehirns der Sitz des Empfindungs-
zentrums ist, erklärt der Ueberfluß an Blut in diesem
Teile des weiblichen Gehirns die Schwatzhaftig-
keit der Frauen.

Begreiflicherweise wurde durch diese Entdeckung
unsere Neugier rege, auch die wissenschaftlichen
Ursachen anderer weiblicher Laster kennen zu
lernen. Unser Mitarbeiter Lim klärte uns fol-
gendermaßen auf: Die weibliche Putzsucht
kommt nur daher, daß viele Frauen Hühneraugen
haben. So ein Hühnerauge sieht nämlich sehr
scharf. Zieht nun die Frau ihre Strümpfe aus,
so blinzelt das Hühnerauge sofort, ob die Frau
nicht am Ende noch den vorjährigen Hut trägt.
In diesem Falle müßte sie aus Scham in den
Boden versinken und daher stammt ihre Putzsucht.
— Daß die Frauen abergläubisch sind,
hängt mit dem linken Ohr zusammen. Wenn
sie nämlich einen abergläubischen Unsinn mit dem
rechten Ohr hören, so geht er ihnen nicht wieder
zum linken Ohr hinaus, weil das Trommelfell
die Passage versperrt. Und daher stammt ihr
Aberglaube. — Daß die Backfische für
Operntenöre schwärmen, daran ist nur die
Nasenspitze schuld. Sie könnten nämlich ebenso
gut für die Grammophonplatten schwärmen, wenn
diese beim Küssen nicht leicht die Nasenspitze ver-
wundeten. Und deshalb schwärmen die Backfische
für Operntenöre.

So lassen sich alle Fehler der Frauen wissen-
schaftlich erklären. Man muß nur ein bißchen
Nachdenken, wie das Lim tat, der ein ganz
raffinierter Frauenkenner zu sein scheint.

Dr. Bim

chinteressante
irk, Sontheim
i übersenden.

Asm*.

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Bei etwaigen Bestellungen bittet man auf die Münchner „JUGEND“ Bezug zu nehmen.

1143
Rudolf Grieß: Der Mäcen
Bim: Daher also!
Beda: Gebetum einen katholischen Kaiser
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