Jugend: Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben — 17.1912, Band 2 (Nr. 27-52)

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Sachsen Ln Paris

Rieh. Rost

„Sie entschuldchen, wir sin hier fremd, kenn' Se uns nich sagen, wie mer sich sc

richt'ch als Lebemann benimmt?"

Der verliebte Narr

Man sagt, Du schielst, o Königin,
Schielst fürchterlich, schielst ungemein -
9ch weiß nur, daß ich glücklich bin,
Schielt mir Dein Aug' ins Herz hinein!

Man sagt, Du hinkst, o Königin,

Hinkst schauerlich, daß Gott erbarm' -
Ich weiß nur, daß ich selig bin,

Hinkst Du an meinem schwachen Arm!

Man sagt auch, daß Du bucklig bist.
Dein Höcker sei nicht allzu klein —

Ich weiß nur, daß es himmlisch ist,
Umschlingt mein Arm den Buckel Dein!

Man sagt, Du bist ein zänkisch Weib,
Brutal und roh aus Herzensgrund —
Ich weiß nur: wonnig glüht mein Leib
Bei jedem Wort aus Deinem Mund!

Man sagt, Du seist wie ein Kamel
So dumm, so blöde, es sei kraß —

Ich weiß nur eins, bei meiner Seel',
Daß ich vortrefflich zu Dir pass'!

Karl chen

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Richard Rost: Sachsen in Paris
Karlchen: Der verliebte Narr
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