Jugend: Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben — 17.1912, Band 2 (Nr. 27-52)

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Spiritistische Seance in einem reichen Patrizierhaus in Hamburg.

Geisterbeschwörung.

Als erster erschien der Geist Cäsars.

Den Anwesenden sträubten sich die Haare.

Geschichtsforscher Geheimrat Mar Lieberwein fragte zähneklap-
pernd: „Geist des großen Cäsars! Wann bist Du geboren?"

Fern ertönte eine dumpfe Grabesstimme: „Im Jahre 102 vor
Christi Geburt."

„Stimmt!" hauchte Geheimrat Lieberwein, und schauerte.

Da wurde es mir zu dunim.

„Herr Cäsar", sagte ich, „wie kommen Sie zu so einer merk-
würdigen Zeitrechnung? Sie können doch von Jesus Christus gar
nichts wissen! Der wurde doch erst 44 Jahre nach Ihrem Tode
geboren!"

Der große Cäsar ließ sich nicht beirren.

Fern, dumpf und hohl höhnte er mich an: „Armer Erden-
mensch, mit dem gleichen Scharfsinn könntest Du mich auch fragen,
wieso ich die hochdeutsche Sprache so gut beherrsche?!"

Lachte schaurig, verschwand, und ließ nicht die geringste Geister-
verbindung mehr nsit sich Herstellen.

Heinz Scharpf

*

-Liebe Jugend!

während meiner Sommerreise kehrte ich auch einmal in einem
kleinen ländlichen Gasthause ein. Da kam es denn, daß ich die Wirtin
nach einem verschwiegenen Mrt fragte. Sie wies mir eine Tür am
äußersten Ende des Gehöfts, von außen sah das ganz vertrauen-

erweckend aus, aber als ich die Tür öffnete — o weh — da fehlte
die ganze Rückwand, man hatte einen schönen Ausblick auf das nahe
Dörfchen und die Chaussee. Einigermaßen entsetzt wandte ich mich
wieder an die freundliche Wirtin; aber sie tröstete mich mit den Worten:
„Da können Se ruhig ruff gehen, vorne is ja die Türe und von
hinten kennt Se ja keener!"

Ungewohnte Rost

„wia predigt denn Euer neuer Pfarrer?"
„Vitt rar, der kimmt allweil ins Evangeli eini.

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jtfei etwaigen Bestellungen bittet mau auf die Münchner „JLGE.Xü“ Bezug zu nehmen.

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[nicht signierter Beitrag]: Liebe Jugend!
Heinz Scharpf: Die ich rief, die Geister...
Monogrammist Pentagramm: Ungewohnte Kost
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