Jugend: Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben — 17.1912, Band 2 (Nr. 27-52)

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Max Feldbauer (München)

Instruktion

Unter Offizier: .Also die Kavallerie wird in schwäre und leichte unterschieden. — Die schwären Reiter
kennt's ja, — blau, grotze Ross' — schwäre Mann — wegen -er Wucht bei die Attaken.

Die Schw lischä, grea, wia scho der Name sagt — Schwo le'cht — lische — Reiter — kloane Ross' — leichte
StTctrttt — zum Aufklärungsdienst. — Schaugt s außi — nachher sehgt's grad zwoa Kavalier öavo."


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mich auch, wenn sie mich allein empfing, regel-
mäßig im Garten, mn mich dann über die Veranda
ins Haus zu führen. Ich kam durch den Wald,
ging durch den Wald. Wenn der Mann da war,
kam ich über die Straße. Aber diese Heimlich-
keit und Zweideutigkeit, anstatt mich abzuschrecken,
machten unsere unschuldigen Zusammenkünfte nur
umso pikanter. Wir taten ja genau dasselbe,
was wir auch in Gegenwart des Mannes zu
tun pflegten, spielten dasselbe Spiel, lasen in den-
selben Büchern, wechselten dieselben Redensarten.
Und doch war es etwas anderes. Die Worte
hatten einen anderen Sinn, irgend eine unerlaubte
Nebenbedeutung, und das Spiel war nur ein
Vorwand.

Eines Tages legte denn auch Etelka die Karte
weg. Sie sagte, daß ich zu zerstreut wäre und
überdies zuviel Glück in der Liebe hätte, sie wollte

mir nicht alles Geld abnehmen. Mit solchen
Redensarten quälte sie mich zuweilen und brachte
mich in Verlegenheit; denn ich konnte ihr an-
ständiger Weise nicht darauf antworten.

Auch noch eine andere Neckerei hatte sie sich
ausgedacht. Sie unterrichtete mich im Ungarischen
und zwar in der Weise, daß sie mir gewisse Worte
und kleine Sätze vorsagte und sie mich dann nach-
sprechen ließ wie einen Papagei. Sie sagte zum
Beispiel ,adj nekem egy csökot*, was so viel
heißt als: -gib mir einen Kuß*, oder ,szeretlek*,
-ich liebe Dich*. Ich sagte es nach, und sie lachte
Tränen über meine schlechte Aussprache.

Einmal jedoch, da sie wieder -aäj nekem egy
csökot4 sagte, sprach ich es nicht nach, sondern
riß das kokette Weib in meine Arme und gab
ihr wirklich einen Kuß. Sie ließ es ruhig ge-
schehen, und so war ich in Gefahr, bald noch

Der 3

weitere Fortschritte im Ungarischen zu machen.
Glücklicherweise erfolgte an jenem Nachmittag
ein größerer Holztransport, der meine Anwesen-
heit in der Station erforderte. Ich empfahl mich
sofort nach dem Kuß und nahnl mir fest vor, in
Abwesenheit des Mannes, dessen Ankunft für den
nächsten Tag bevorstand, nicht mehr zurückzu-
kommen.

Aber am nächsten Tag, während ich im Büro
saß, lief ein Telegramm des Stationschefs aus
Serajewo ein, das an mich gerichtet war und
worin er mich bat, seiner Frau, die heute Geburts-
tag hätte, an seiner Statt einen Blumenstrauß zu
überreichen,' er selbst wäre dienstlich daran ver-
hindert und müsse einen Tag länger in Sera-
jewo bleiben.

Nun: bequemer kann man es einem jungen
Mann nicht machen. Ich ließ zwei Sträuße zu-
Max Feldbauer: Instruktion
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