Jugend: Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben — 18.1913, Band 1 (Nr. 1-27)

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ll. Lutz

Jndisponiert

„wie geht 's Geschäft, Herv Maxi?"

„Schlecht, danke. Bin furchtbar heiser; habe gestern zu viel Zwetschgen
'gess'n — wissen S', i bin nämlich jetzt Bauchredner!"

Liebe Jugenä!

Mit unserm alten Gberförster wird es immer
schlimmer. Das heißt mit seinem Mundwerk.
Schon früher hat er es arg damit getrieben, und
lieber hätte er sich die Zunge abgebissen, als einen
seiner derben Witze verschluckt. Aber in letzter
Zeit-

Sitzen da am Sonntag die ksonoratioren unsers
ostpreußische» Städtchens mit Frauen und Kindern
an langer Tafel im Saale der Bürger-Ressource,-
wo die „Kronprinzer" aus Königsberg spielen.
Der Gberförster ist natürlich auch da und hat
sogar seinen Waldmann mit hereingeschmuggelt.

Zwischen zwei Musikstücken sagt Sanitätsrats
Emma zu ihrer Freundin, Postdirektors Jüngster:
„Gretchen, komm mit hinaus. Ich möchte mal
telephonieren!"

Kaum sind die beiden Mädchen draußen, da
rennt Waldmann zur Tür und beginnt dort un-
geduldig zu kratzen und zu knurren.

„Fritz," ruft da der Gberförster mit dem un-
schuldigsten Gesicht der Welt dem Kellner zu,
„laß den Männe hinaus, der will auch einmal
telephonieren!"

Meine Frau verlangte noch am selbigen Abend,
daß ich den Verkehr mit dem Gberförster abbräche.

Der kleinen Jda wird öfters vorgehalten, daß
sie allzu häufig das Wort,Popcö gebraucht. Aerger-
lich meint sie: „Aber man hat ihn doch!"

Uel eUvulgcu liestellungen bittet man auf die Munobner »JUGIiNU“ lluxuy zu noUiueu.

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[nicht signierter Beitrag]: Liebe Jugend!
Hans Lutz: Indisponiert
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