Jugend: Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben — 18.1913, Band 2 (Nr. 28-53)

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Lassen Sie mir öen jungen Mann! Als Kaiser von Lilixut hätt' ich a Stell'

oder als Mammutsloh!"

wahre Gefthichrchen

Unter recht reger Beteiligung findet der all-
jährliche 8. T.-Ferienkommers statt. Zwei junge
Semester, welche das gleiche Studium ergriffen
haben, unterhalten sich sehr lebhaft hierüber, als
sich plötzlich ein ihnen gegenübersitzender Re-
gierungsassessor, der bereits eine weile interessiert
zugehört hatte, an die beiden jungen Idealisten
mit der Zwischenfrage wendet: „Ach, gestatten
Sie, meine Herren, darf man vielleicht wissen,
was Sie studieren?"

„Philologie, Herr Regierungsassessor."

„Äh, Neuphilologe, nicht wahr?"

„Nein, nein, Altphilologe."

„Äh, also auf deutsch Kulturbremser."

*

Hochzeit auf einem feudalen mecklenburgischen
Rittergute. Es geht bereits auf Mitternacht und
die Stimmung hat ihren Höhepunkt erreicht, aber
der junge Ehemann, als großer Lebemann be-
kannt, kann sich noch immer nicht von seinen
Freunden trennen. Gerade in seiner Umgebung
geht es am ausgelassensten zu, die tollsten Stun-
den der gemeinsam verlebten Iunggesellenzeit
werden noch einmal durchgekostet, als plötzlich
eine alte Tante der jungen Frau erscheint und
den jungen Ehemann beiseite nimmt, um ihn
energisch an den Aufbruch zu mahnen. Alles
verstummt, atemlose Stille, bis einem der Freunde
die Worte entfahren: „Paß op, nu ward hei
sexuell opklärt!"

*

Nach Ablauf meines ersten Semesters besuchte
ich während der Universitätsferien auch meine
alte Großmutter, die wohl zeitlebens nicht aus

ihrem kleinen Neste herausgekommen war. Ich
schwärmte ihr von dem herrlichen Studentenleben
vor und erzählte ihr auch mit Begeisterung, daß
ich in einem Korps aktiv geworden sei, in dem

auch eifrig gefochten wird. Da war fie aber
ganz entsetzt und meinte schließlich: „Ja, wenn
das nun mal durchaus sein muß, dann stell Dich
man bloß nicht in die erste Reihe, mein Junge."

JOE

LOB

AUF DEN ERSTEN BLICK

erkennt man

Salamander

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Salamande r

Schuhges. m,b-H. Berlin

Zenitale BerlmWS

Friedrich/lr&ibe 162
fordern Sie Musterbuch J.

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Bei etwaigen 33©Stellungen, lolttet man aaf die Münchner „JUGEND“ Bezug za nehmen

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[nicht signierter Beitrag]: Wahres Geschichtchen
Rudolf Hesse: Impresario
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