Jugend: Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben — 18.1913, Band 2 (Nr. 28-53)

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Der nimrod

„Awoahundert Mark! kost' die Jagd, und bis jetzt Hab' i an Affenxinscher g'schossen!"

Liebe Jugend!

Die Passion des Jägers führt mich öfters in
ein kleines märkisches Dorf, dessen primitiver
Gasthof mein allgemeines Asyl bildet. Lines Tages
erscheine ich auch dort und werde von der Wirtin
mit Freudenrufen begrüßt. Ihr Wortschwall wird
indes durch einen eintretenden Anecht unterbrochen,
dem sie aufgeregt folgt. Nach kurzer Zeit er-

scheint sie wieder und schüttet mir ihr übervolles
Herz mit folgenden Worten aus: „Nee, Herr
Major, war das heute ein ereignisreicher Tag,
den werde ich mein Lebtag nicht vergessen, Heute
morgen hat unsere Kuh gekalbt, jetzt eben hat
die Sau noch vier Junge geworfen und nun sind
Sie noch gekommen!"

Aus dem Gcrichlssaal

Bei der Schöffengerichtsverhandlung gegen eine
Diebs- und Hehlergesellschaft, bei der eine Frau
milangeklagt war, wurde letztere mit zwei Jahren
Gefängnis bestraft. Nach Verlesung des Urteils
rief sie in den Zuschauerraum hinein: „Franzl,
trenn' mir mieni Feddere vom Huet ab und leg'
sie in de Kampfer!"

Man tut gut, sich von Zeit zu Zeit daran
zu erinnern, daß von all den Maßnahmen, die
der moderne Mensch zur Gesunderhaltung seines
Körpers vornehmen
muß, die richtige
Pflege der Zähne
beinahe die wich-
tigste ist. Wenige
ahnen, daß schad-
hafte Zähne nicht
nur unser Wohlbe-
finden erheblich be-
einträchtigen , son-
dern — neue Un-
tersuchungen haben
das in überraschen-
der Weise bewiesen
— häufig den Aus-
gangspunkt man-
nigfachster Krank-
heiten bilden können, deren Ursache oft rätselhaft blieb.
Als richtig kann eine Zahnpflege nur dann bezeich-
net werden, wenn die zahnzerstörenden Gärungs-

Sv?sä fü :-rs

1 en täglichen wahrend der wenigen Sekunden der Mundreini-

gung ihre Wirkung
ausüben, wirkt das
Odol noch stunden-
lang, nachdem man
sich die Zähne ge-
putzt hat, nach.
Diese einzigartige
Dauerwirkung ist >
aller Wahrschein- j
lichkeit nach daraus
zurückzuführen, daß
sich das Odol beim
Mundspülen förm-
lich in die Zähne und
die Mundschleim-
häute einsaugt, diese

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[nicht signierter Beitrag]: Aus dem Gerichtssaal
[nicht signierter Beitrag]: Liebe Jugend!
AS: Der Nimrod
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