Jugend: Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben — 18.1913, Band 2 (Nr. 28-53)

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A. Sclimidhammer

Der Münchner an der Waterkant

„was? Austern ham's aa yess'n?"

„Dös glaab i! Wissen S', a bißl hart is's ja ganga, i hätt
sie aa net nunter schlucken könna, die Viecher, aba i Hab ma a
Portion Bratnsooß b'stellt, und mit der sans nacha abigrutscht."

Liebe Jugend!

In München gehen bekanntlich ältere arme Leute jeden Freitag
um milde Gaben. Zu mir kommt schon seit Jahren eine alte Ma-

trone, die sich immer ihren Teller Suppe rc. holt, vor kurzem war
nun ein reicher aber geiziger und frommer verwandter von ihr ge-
storben, und da er bei Lebzeiten nichts schenkte, hoffte sie nach dem
Tode etwas zu erhalten, vorige Woche war nun Testaments-Eröff-
nung und diesen Freitag war das Weibchen wieder bei mir.

„Nun," war meine erste Frage, „hat der Vetter an Sie gedacht?"

„Dös glaab i! Und soviel guat hat mir's der Herr Vetter ver-
moant!"

„Da hat er Ihnen wohl Geld vermacht?"

„Geld hat mir der selige. Herr Vetter net vermacht, dös kriagt die
Airch; aber a schöne Leich (Begräbnis) kriag i, und a paar heilige
Seelenmessen!"

Unter meinem Fenster standen ein CZuartaner und eine höhere
Tochter. Da schlug es halb zehn Uhr. Die beiden reichten sich die
Hände.

„Ich danke Ihnen sehr für Ihre freundliche Begleitung," sagte
die junge Dame.

„O, es war mir ein Vergnügen," antwortete der Herr Quar-
taner. „Ich habe zu danken."

Und plötzlich aus der Rolle fallend, setzte er hinzu:

„Jetzt muß ick aber loofen, sonst gibt es Aloppe."

„Ick ooch!" rief das Mädchen."

Und beide sausten in entgegengesetzten Richtungen ab.

-i-

In einer Seminarübungsschule hatte ich als junger, hoffnungs-
voller Lehrer Gelegenheit, mich in der Fußangelxädagogik auszubilden.
Es war Religionsstunde. Ich traktierte und interpretierte mit allen
Schikanen der Formalstufen das 5. Gebot. In diesem Sinne entschlüpfte
mir die Frage: „Wie hilft man dem Nächsten in allen Leibesnöten?"

Erst kleine Pause; dann meldete sich ein „prächtiger" Junge (mit
glimmerigen Augen) und schmetterte mir im Brustton der Überzeugung
die Antwort entgegen: „Man gibt ihm Baldrian."

Wir wollen
diesen Kran bauen!

Wir wollen

MECCANOI

Knaben lieben es, wenn möglich, ihre eigenen Spielzeuge aufzubauen. Meccano ebnet jedem Knaben den Weg
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einen Knaben Stunden und Stunden glücklich und beschäftigt halten. Es ist ein Zeitvertreib, dessen er nie müde
wird, denn da sind immer einige neue und interessante Modelle herzustellen. Es macht Knaben erfinderisch und
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[nicht signierter Beitrag]: Liebe Jugend!
Arpad Schmidhammer: Der Münchner an der Waterkant
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