Jugend: Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben — 18.1913, Band 2 (Nr. 28-53)

Page: 1542
DOI issue: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/jugend1913_2/0708
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
Otto Flcchtner (München)

Werbung

„Ich bin ja noch zu jung zum Heiraten, Herr Rembrandc!" — „Nu, da frag' ick nächste Woche noch mal nach!"

Gewissen Kamen, das in einem gesunden, von
der Arbeit des Tages ermüdeten Körper wohnt.

Wenn die Alte: Hui sagte, antwortet der
Alte: Po; und so ging es auf und nieder in
geruhigem Takt.

Hu-i po! Hu-i po! Hu-i po!

Gleichmäßig und ruhig, im Takt mit dem
Schlagwerk an der Wand.

Es war der stille Frieden der Nacht, weit von
aller Welt.

Aber nun öffnete sich die Türe, und die beiden
Burschen traten ein. Als Frauenraub betrachtet
war das Ganze incht so großartig, aber die Zeilen
haben fid) nun einmal ein wenig verändert, und
die Leidenschaften sind nidjt mehr so stark, und die

Verhältnisse auch nicht mehr so verwickelt. Zm
Grunde war das Mäddien bod) eine Prinzessin,
und für sie waren die Burschen ein paar Ritter
— das heißt, für das Herz, das stille, kleine
Herz, das alles nach seinem Geschmack ummodelt.

Aber das Mäddien rührte sich nicht, und die
Bursdien standen unschlüssig in der Türe. Ein
unruhiges Schweigen erfüllte die Stube und ihre
silbergraue Dämmerung.

Da fd)Iug der Alte die Augen auf, und das
Bett knarrte ein bißchen. Er war plötzlich ganz
wad) und merkte gleich, der Stille zum Trotz,
daß fremde Augen in der Stube waren. Er lag
ganz still auf dem Rücken und wartete ruhig ab,
was gesdiehen würde.

So war die Stube nun von fünf Personen
okkupiert und in vier versdsiedene Parteien ge-
spalten: die Burschen, die auf das Mäddien war-
teten. das Mädchen, das auf die Burschen wartete,
die Alte, die sdilief und schnarchte: hu-i! und der
Alte, der mit Weisheit und Ruhe das Ganze be-
obachtete und keinen Finger rührte. Auch keinen
unnötigerweise zu rühren gedachte.

Die Burschen avancierten inzwischen zum Herde,
und einer von ihnen riß die Phosphorspäne herab,
zog einen heraus, versenkte die Spitze in die
..Grube" und bekam Feuer. Daran zündete er
seine Pfeife an und ging aus das Bett an. In-
zwischen hatte der andere auch seine Pfeife in
Brand gesetzt, aber er ging nicht bis zum Bett.

sondern s
er ganz r
Aber
Da sa
„Nühi
..Sei v
und dann
Ohr. und
lind n
schen mied
und der 1
immer we
ünd e-
ganze We
einmal orl
, Als di
wieder fchi
und das l
wie nie zu
bei ihr geu
und es kc
verheiratet.

Nun ve
der an ihr
der ihr Hei
ihm wände
^ sie still

veiaiien.

Aber de
" sah sie „
lvas er tat.

}-jä

öle andern i
, Iah

/^dchen. c
erwartete h
Hetfdjie

1542
Otto Flechtner: Werbung
loading ...