Jugend: Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben — 18.1913, Band 2 (Nr. 28-53)

Page: 1583
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Die Amtsübernahme

Der Rat 36. wurde zum Ministerium nach VO. versetzt. Seht
Nachfolger versammelte gleich am Tage des Amtsantrittes sein Ranzlei-
personal um sich und begrüßte es mit einer feierlichen Ansprache, welche
in den Worten gipfelte:

„ . . . und im Sinne meines geehrten X?em: Vorgängers will
ich meine Funktionen übernehmen und weiterführen."

Nach einer tiefen Verbeugung entfernten sich alle Bcrrert, nur
das ... S ch reibmas ch inenfräulein blieb z u r ü ck.

Liebe Jugend!

In unserm etwas abseits vom großen Trott liegenden Tälchen
hat sich mit allerhand alten Gebräuchen auch der erhalten, daß betagte
Leutchen sich ihren Sarg selbst bestellen und anfertigen lassen. Das böse
Möbel steht dann auf dem Estrich, bis der fatale Tag da ist. Und
zwar ist es hübsch austapeziert: Männer und verheiratete Frauen
kriegen dunkelviolette, ledige Weiber weiße Sargstaffage.

» Als die alte Rathrin mit dem cbcnfo alten Sargmacher soweit
handelseinig geworden, fragt jener die Jungfer: „Dä weit-rh, denk'
öppett2), es wiffes Tapis dri?" worauf sie höchst erbost mit einem
„was dä fuscht) für eis?" davonwackelt. Plötzlich steht sie wieder
da, etwas betreten, und meint: „Ja, wäge dem Tapis — natürlig
mueß es wiffes sy; aber, mached mir halt am End e so da und det
e vigolette Tupf dri."

*) wollt Ihr. 2) wohl. 8) denn Wust.

*

Der Deutsche, zumal der Norddeutsche ist doch ein sehr genauer
und korrekter Herr. Kürzlich lag ich als Patient in einem größeren
Krankenhaus. Als ich hier nach Lektüre fragte, wurde mir ein Buch

R. Rosl

Tango-Epidemie

„Nee, Gnädigste, Heuer bin ich nur für Schlittschuhe; mit
Skibrettern am Futz kann ,keen Mensch Tango markieren!"

von einem ziemlich vielgelesenen Heideschriftsteller von der Schwester
gebracht, darin stand der vermerk: „Geschenk von einem I. Klasse-
Kranken."

Bei meinem Abgang habe ich dann ein Buch zurückgelaffen mit
der Widmung:

„Geschenk von einem II. Klasse-Kranken für I. Klassenkranke."

:-gcschcnk!"

7939. V. da«***

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Bei etwaigen Bestellungen t>ittet man avil’ die Münchner „JUGEND“ Bezug zu nehmen

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Richard Rost: Tango-Epidemie
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