Jugend: Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben — 19.1914, Band 1 (Nr. 1-26)

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<1> Gtraßburg, o Straßburg. .

Kaum war zu End' des Urteils Bau,

Als flugs man depeschieren sah
An Oldenburg von Ianuschau,

An Herrn von Iagow ein „Hurra "

Wer war auf solche Eil' erpicht,

Dah er gedrahtet gleich partout?

Der Präsident vom Kriegsgericht!
Ei, ei! Aha! Oho! Nanu?!

Wie aber kommt es umgekehrt,

Dak solch' private Drahterei
Sogleich ein Zeitungsblatt erfuhrt r -

Nanu? Oho! Aha! Ei, ei.

So geht's im Eifer des Gefechts
Auf allen Seiten übel zu.

Gefehlt ward links, gefehlt ward rechts.
Wann endlich gibt es wieder N»h?

O hätte doch in künft'ger Zeit,

Damit nian nicht mehr so entgleist,

Das p. Zivil mehr Krieger schneid,
Das Militär mehr Bürgergei ft!

lKethmanns Äkendtied

Die Dämmrung sinkt dahinten,
Bald steht wohl Steril an Stern;
Des Himmels rosige Tinten
Bemerkt ein Kanzler gern.

Nach Tages Last urid Hitze
Verbirgt man sein Gesicht . . .

Die Tinte, drin ich sitze,

Ist keine rosige nicht!

Des Himmels blauer Bogen
Ergreift mich plötzlich tief . . .

Was hat mich nur bewogen?

Ein Bogen ist kein Brief!

Will nun zum Bettchen schreiten,

Biir inüd des Taggefechts,

Eiir Engleiii wird mich leiten —
Will's Gott — bis weit nach rechts!

Da kommt der Mond gegairgen,
Steht liebreich überm Haus
Urid sieht mit holden Wangen
Wie Herr von B o r ck mir aus.

Nun mag ich sänftlich schlafen,

O Tröstung der Natur:

Mir schwant wohl gar von Grafen
Bon länglicher Statur?

Eir Ess
Karlchen: O Straßburg, o Straßburg...
Arpad Schmidhammer: Zaberner Feuerwehr
Eff Ess: Bethmanns Abendlied
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